Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk
Natascha Renk (klinische Psychologin, Ernährungsberaterin, Coach)

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Ganz ehrlich, ich esse fast jeden Abend vor dem Fernseher noch was. Mal ist es ein Eis, mal sind es Chips, aber eben nur ein bisschen.

Ich habe Lust drauf, ich esse es mit Genuss und dann ist gut. Wenn ich satt bin und mein Mann sich noch ein Eis holt, juckt mich das überhaupt nicht.

Das wäre früher undenkbar gewesen. Damals war der Abend vor dem Fernseher für mich ein richtiger Kampf. Nach dem Abendessen ging es mit den Chips los. Von den Chips bin ich zur Schokolade, von der Schokolade zu den Gummibärchen und dann fing es wieder von vorne an.

Zwischendurch habe ich mir jedes Mal gesagt: „Das ist jetzt das letzte Mal, nur noch dieses Stück.“ Kurz darauf war ich schon wieder auf dem Weg in die Küche.

Gegessen habe ich dabei ganz schnell und ganz unachtsam. Im Kopf hatte ich so einen total verrückten Gedanken: „Wenn ich es jetzt schnell mache, dann ist es irgendwie nicht richtig passiert.“ Passiert war es natürlich trotzdem. Am Schluss kam meistens noch ein Eis dazu, mir war schlecht und ich saß mit drückendem Magen auf der Couch, total genervt von mir selbst.

Vielleicht kennst du das auch. Die Serie läuft und deine Hand wandert in die Chipstüte, immer wieder, ohne dass du hinschaust. Irgendwann greifst du ins Leere und denkst: „Wann ist die denn leer geworden?“ Dabei warst du seit dem Abendessen eigentlich satt.

Das hat einen ganz logischen Grund und es hört auch wieder auf, ohne dass du den Fernseher abschaffen musst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor dem Fernseher isst du oft aus einer alten Verknüpfung, weil Couch, Serie und Snack in deinem Kopf seit Jahren zusammengehören.
  • Der Fernsehabend ist für viele Frauen auch der erste Moment, in dem sie den Tag verarbeiten, nachdem sie den ganzen Tag für andere da waren.
  • Während deine Augen beim Bildschirm sind, wird zwar dein Bauch satt, dein Kopf aber nicht, deshalb will etwas in dir weiteressen.
  • Ein schlechtes Gewissen macht es schlimmer, denn was du „eigentlich nicht solltest“, isst du schnell und ohne hinzuschauen.
  • Es hört auf, wenn du dich bewusst für deinen Fernsehabend entscheidest und dein Essen wieder siehst, statt es nebenbei wegzuessen.

Warum esse ich vor dem Fernseher, obwohl ich satt bin?

Meistens isst du vor dem Fernseher, weil dein Kopf es so gewohnt ist und weil du an diesem Punkt deinen ganzen Tag verarbeitest. Mit Hunger hat das oft gar nichts zu tun.

Dein Gehirn verknüpft Dinge, die oft zusammen passieren, an einem Knotenpunkt. Hast du dich hundertmal mit Chips aufs Sofa gesetzt, hängen Couch und Chips irgendwann ganz fest zusammen. Du greifst nach der Fernbedienung und der Gedanke an die Chips ist schon da, ohne dass du dich jeden Abend neu dafür entscheidest.

Und jetzt denkst du vielleicht: „Dann müsste ich mir das doch einfach abgewöhnen können.“ Ganz so einfach ist es nicht, weil die Gewohnheit nur ein Teil ist.

Für ganz viele Frauen ist der Fernsehabend der erste Moment am Tag, der nur ihnen gehört. Den ganzen Tag warst du für andere da: Erst im Job, dann für die Kinder und zwischendurch noch für den Haushalt. Jetzt sitzt du endlich und alles, was tagsüber keinen Platz hatte, kommt bei dir an. Vielleicht ist es der Ärger aus einem Gespräch im Büro, vielleicht die Müdigkeit oder das Gefühl, dass dich heute keiner gefragt hat, wie es dir eigentlich geht.

Das Essen hilft dir dann, diesen Tag zu verarbeiten und runterzukommen. So war es bei mir auch. Die Serie und das Essen waren damals der einzige Moment am Tag, der einfach nur für mich da war. Darauf verzichten konnte ich nicht und ehrlich gesagt wollte ich es auch nicht.

Woran merkst du, dass es bei dir so läuft? Achte mal darauf, wann der Gedanke ans Essen kommt. Ist er schon da, während du dich hinsetzt und die Fernbedienung suchst, hat er mit deinem Bauch wenig zu tun.

Du kannst also nichts dafür. Das ist keine Schwäche, sondern eine richtig gut eingeübte Gewohnheit und ein Tag, der verarbeitet werden will. Beides lässt sich verändern, dazu komme ich gleich.

Naschen beim Fernsehen: Warum die Tüte so schnell leer ist

Vor dem Fernseher wird es mehr, weil dein Bauch satt wird, dein Kopf aber kaum etwas vom Essen mitbekommt. Für ihn fühlt es sich an, als wäre er leer ausgegangen.

Essen soll ja nicht nur satt machen. Es soll schmecken und dir guttun. Sind deine Augen beim Krimi und deine Finger in der Tüte, bekommt aber nur dein Magen etwas ab. Dein Kopf hat davon kaum was mitgekriegt und meldet sich: „Bitte noch mal, ich hatte ja gar nichts davon.“

Kennst du das vom ersten Bissen? Der allererste Bissen ist ein richtiges kleines Feuerwerk, so intensiv schmeckt er. Danach lässt der Geschmack nach. Je satter du wirst, desto weniger schmeckst du noch, weil dein Körper dir damit zeigt, dass es reicht.

Vor dem Fernseher verpasst du dieses Feuerwerk. Die ersten Chips isst du, während noch der Vorspann läuft. Wenn du irgendwann mal hinschaust, bist du schon ziemlich voll und schmeckst nur noch die Hälfte. Also greifst du weiter zu, weil du den Geschmack suchst, den du am Anfang verpasst hast. In der Tüte findest du ihn leider nicht mehr.

Probier mal was aus: Frag dich nach dem nächsten Fernsehabend, wie die Chips eigentlich geschmeckt haben. Kannst du es nicht richtig sagen, hat dein Kopf nicht mitgegessen.

Das passiert übrigens nicht nur abends. Scrollst du beim Frühstück nebenbei durchs Handy, stehst du eine Stunde später oft wieder in der Küche, weil dein Kopf das Frühstück verpasst hat. Mehr Disziplin bringt dir da also nichts. Was hilft, ist, dass dein Kopf wieder mitisst.

So isst du vor dem Fernseher nicht mehr nebenbei

„Eigentlich sollte ich das nicht“: Warum du vor dem Fernseher so hastig isst

Du isst vor dem Fernseher so schnell, weil ein Teil von dir das Essen eigentlich gar nicht haben will. Was sich verboten anfühlt, willst du hinter dich bringen, bevor sich die Vernunft einschaltet.

Bei mir war das dieser verrückte Gedanke vom Anfang: Wenn es schnell geht, zählt es nicht richtig. Also habe ich nebenbei geschlungen, damit ich es hinterher besser verdrängen konnte. Der Fernseher hat mir dabei noch geholfen, weil ich nicht so genau hinschauen musste.

Vielleicht denkst du jetzt: „Aber das schlechte Gewissen hält mich doch wenigstens ein bisschen zurück.“ Leider passiert das Gegenteil. Mit schlechtem Gewissen isst du noch hastiger, also bekommt dein Kopf noch weniger mit. Hinterher ärgerst du dich und am nächsten Abend sitzt du mit noch mehr Druck auf der Couch.

Manchmal geht es dabei auch um mehr als ein paar Chips. In einem Live-Call in meinem Coaching hat eine Teilnehmerin erzählt, dass sie abends tatsächlich weniger isst. Dafür hatte sie jetzt stundenlang das Handy in der Hand, während nebenbei eine Serie lief. Sie hat sich Timer gestellt, die Timer wieder weggedrückt und sich hinterher über sich selbst geärgert.

Das ist derselbe Ablauf, nur in einer neuen Verpackung. Die Chips überdecken etwas, das Handy überdeckt etwas und die dritte Folge am Stück auch. Oft ist es ein Gefühl, für das tagsüber kein Platz war, zum Beispiel Ärger oder eine Unruhe, die erst hochkommt, wenn es still wird. Was überdeckt wird, ist danach aber nicht weg. Es wartet bis zum nächsten Abend.

Ob es bei dir auch darum geht? Achte mal auf den Moment, in dem die Folge vorbei ist und die Tüte leer. Willst du dann sofort die nächste Folge anmachen oder schnell noch was aus der Küche holen, will da vermutlich etwas gesehen werden. Packt es dich jeden Abend, lohnt sich der Blick darauf, was der Abend dir eigentlich geben soll.

Kippt dein Fernsehabend regelmäßig, schau dir meinen Mini-Kurs „Genug am Abend“ an. Darin zeige ich dir, wie du abends auf der Couch essen kannst, worauf du Lust hast, auch Süßes. Mit meiner GENUG-Formel freust du dich auf deinen Snack und hörst trotzdem auf, bevor es zu viel wird. Du brauchst etwa eine Stunde dafür und kannst noch am selben Abend anfangen. Der Kurs kostet 27 €.

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Wie du damit aufhörst, ohne den Fernseher auszumachen

Du hörst auf, indem du deinen Kopf jeden Abend ein kleines Stück mehr mitessen lässt. Fernseher, Couch und etwas Leckeres dürfen dabei bleiben.

Entscheide dich ganz bewusst für die Couch

Frag dich zuerst: Warum sitze ich eigentlich abends auf der Couch? Bringt sie dich runter und ist sie für dich ein schöner Abschluss vom Tag, dann setz dich ganz bewusst hin. Sag dir innerlich: „Ich setze mich jetzt hierhin, weil es mir guttut.“

Das nimmt dem Abend das Heimliche. Hast du dich offen für deinen Fernsehabend entschieden, musst du nichts mehr schnell hinter dich bringen. Du isst dann ganz von allein langsamer, weil es nichts mehr zu verdrängen gibt.

Hol das Essen aus der Tüte

Aus einer Tüte isst du blind, weil du nie siehst, wie viel noch drin ist. Richte dir lieber etwas an, worauf du dich wirklich freust. Das nimmst du dann auf einem kleinen Teller mit aufs Sofa.

Ich habe dafür irgendwann die Espressotasse für mich entdeckt. Früher habe ich Eis oder Joghurt immer in eine große Schale gefüllt und es war oft zu viel. In einer kleinen Espressotasse, schön garniert, sieht dasselbe richtig lecker aus. Ich esse es dann viel ruhiger, weil ich es mir anschaue und mein Kopf mitkriegt, dass da gerade etwas für mich ist.

Gib dir die ersten Bissen ohne Bildschirm

Bevor die Folge losgeht, atme einmal tief durch und schau dir an, was da vor dir steht. Die ersten Bissen isst du in Ruhe und erst danach drückst du auf Play.

Wie du anfängst, gibt das Tempo für den Rest vor. Stopfst du die ersten Chips schon beim Hinsetzen in dich rein, rollt der Rest einfach hinterher. Ganz nebenbei bekommst du so auch dein Feuerwerk zurück.

Lass die Folge das Tempo bestimmen

Mach aus deinem Teller ein kleines Spiel. Eine Folge dauert oft eine Dreiviertelstunde und so lange darfst du für das brauchen, was du dir mitgenommen hast. Merkst du nach der Hälfte, dass kaum noch was da ist, nimmst du einfach ein bisschen Tempo raus.

Bei einem Szenenwechsel oder in der Werbepause legst du kurz die Hand in den Schoß und spürst in dich rein. Wie satt bin ich gerade? Schmeckt es noch so gut wie am Anfang? Ab und zu kurz hinschauen reicht völlig.

Wenn nach der Folge noch etwas ruft

Manchmal ist der Teller leer und trotzdem zieht es dich in die Küche. Das ist kein Rückschlag, sondern ein spannender Moment. Hier zeigt sich oft das, was die Chips sonst überdecken.

Mir hat in solchen Momenten früher ein kleines Gedankenspiel geholfen. Ich saß auf der Couch, hatte total Bock auf die Schokolade und habe mich fünf Minuten nach vorne gedacht. In fünf Minuten wäre sie weg, mein Magen würde drücken und ich hätte sie nicht mal richtig genossen. Ganz oft habe ich mir dann gesagt: „Das ist es mir gerade nicht wert.“

Verboten ist die Schokolade dabei nicht, du kannst dich auch ganz bewusst für sie entscheiden. Es geht nur darum, einmal kurz innezuhalten, bevor deine Hand wieder von allein losläuft. Frag dich dann: Was soll mir das Essen gerade eigentlich geben? Ist es Ruhe nach einem vollen Tag oder ein bisschen Nähe, die heute gefehlt hat? Wenn du das weißt, kannst du anfangen, es dir auch anders zu holen.

Mit jedem Abend, an dem du es ein bisschen anders machst, knüpft dein Gehirn eine neue Verbindung. Aus „Couch und sofort Chips“ wird irgendwann „Couch, Serie und ein kleiner Teller“, nach dem es dann auch gut ist. An manchen Abenden ist es auch einfach eine Tasse Tee, die dich mit ihrer Wärme runterholt. Mit der Zeit wird es so selbstverständlich, wie es heute die Tüte ist.

Bei den Frauen, die ich als klinische Psychologin begleite, passiert das nicht über Nacht, aber es passiert. In der Abschlussumfrage meines Coachings hat eine Teilnehmerin geschrieben: „Ich esse viel achtsamer und vor allem langsamer. Ich ärgere mich kaum noch über Sachen, die ich gegessen habe.“ Ganz ehrlich, der zweite Satz freut mich fast noch mehr als der erste.

Häufige Fragen

Wie gewöhne ich mir das Essen vor dem Fernseher ab?

Abgewöhnen musst du dir vor allem das blinde Essen aus der Tüte, nicht den Snack selbst. Entscheide dich bewusst für deinen Fernsehabend und nimm dir etwas Leckeres auf einem kleinen Teller mit.

Ist Essen vor dem Fernseher ungesund?

Nicht von sich aus. Wenn du beim Fernsehen ungefähr 70 Prozent deiner Aufmerksamkeit beim Essen hast, ist das viel besser als steif am Tisch. Dort denkst du nämlich die ganze Zeit an die Couch und isst schneller, damit du endlich rüber kannst. Schwierig wird es vor allem mit schlechtem Gewissen.

Hilft es, keine Chips mehr im Haus zu haben?

Für ein paar Abende vielleicht. Die Verbindung zwischen Couch und Essen bleibt aber, also suchst du dir dann eben etwas anderes aus dem Schrank. Dazu wird das, was du dir verbietest, in deinem Kopf eher größer. Auf Dauer bringt es dir aber mehr, die Chips wieder ganz bewusst zu essen.

Ist es schlimm, jeden Abend vor dem Fernseher zu essen?

Nein, ich mache das selbst fast jeden Abend. Eine Zeit lang war allerdings Pause, weil wir eine neue Couch hatten. Essen auf der neuen Couch? Da wäre mein Mann nicht begeistert gewesen. Hinschauen lohnt sich erst, wenn du jeden Abend weit über das Sattsein hinaus isst und dich danach schlecht fühlst.

Mein Fazit

Wenn ich heute mit meinem Eis auf der Couch sitze, denke ich manchmal an die Abende von früher. Da bin ich zwischen Couch und Küche hin und her gelaufen und hätte hinterher nicht mal sagen können, was ich alles gegessen hatte. Heute schmecke ich jeden Löffel und danach ist es gut.

Dein Fernseher darf bleiben und deine Couch sowieso. Was sich ändern darf, ist nur, dass dein Kopf wieder mitisst.

Was isst du abends am liebsten vor dem Fernseher und weißt du noch, wie es gestern geschmeckt hat? ☺️

Dein Fernsehabend mit „Genug am Abend“

In drei kurzen Video-Lektionen zeige ich dir, wie du abends etwas richtig Leckeres essen kannst und trotzdem merkst, wann es genug ist. Im geführten Audio erlebst du einmal deinen alten Abend und einmal den neuen, damit dein Kopf das neue Muster schon kennt. Mit dem Workbook planst du danach deinen eigenen Abend, so dass du dich mit einem Plan aufs Sofa setzt statt mit einem Vorsatz.

Der Kurs kostet 27 € und du hast lebenslang Zugriff.

Alle Infos zum Mini-Kurs „Genug am Abend“

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