Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk

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Im August haben mir mehrere Frauen für meinen Live-Call fast dieselbe Frage geschickt.

Sie hatten alle einen ähnlichen Abend beschrieben. Den ganzen Tag freuen sie sich darauf, dass endlich Ruhe ist. Eine hat es so geschrieben: „Sobald die Ruhe da ist, kippt es in Leere oder Langeweile – und dann esse ich.“ Manchmal geht das bis hin zum Essanfall.

Kennst du diesen Moment? Die Kinder schlafen, die Küche ist halbwegs aufgeräumt und du setzt dich endlich hin. Doch statt Erholung kommt diese komische Leere, die sich kaum aushalten lässt. Ein paar Minuten später stehst du vor dem Schrank.

Ich habe den Frauen erklärt, was da passiert. Solange die Anspannung da ist, funktionierst du. Erst wenn sie wegfällt, kommt hoch, was den ganzen Tag keinen Platz hatte. Dann macht Essen das alles sofort erträglich. Es drückt weg, es lenkt ab, es tröstet und es füllt.

Am Ende des Calls habe ich etwas gesagt, das viele erst mal überrascht hat: „Essen darf trösten.“ Ich meine das ernst, weil Scham dich nur noch tiefer reinzieht. Stehen lassen will ich den Satz aber nicht einfach so. Die eigentliche Frage ist nämlich nicht: „Darf ich das überhaupt essen?“ Sie lautet: „Was brauche ich gerade wirklich?“

Wenn dir gerade Nähe oder Trost fehlt, gibt dir das Essen dieses Gefühl für einen kurzen Moment. Langfristig wirst du aber immer weiter essen, solange du das Gefühl hast, dass da sonst nichts ist, was dich auffängt. Der Weg raus ist deshalb nicht, dir das Essen wegzunehmen, sondern dir noch andere Möglichkeiten zu schaffen, dich aufzufangen.

Das gilt übrigens nicht nur für den Abend. Vielleicht sind es bei dir die Kekse aus der Schreibtischschublade, nachdem dich jemand im Meeting vor allen bloßgestellt hat. Oder es ist die Tüte Gummibärchen im Auto, weil du nach einem schweren Gespräch noch nicht nach Hause fahren willst.

Danach geht es dir für einen Moment besser. Das bildest du dir auch nicht ein, Essen tröstet wirklich. Deshalb sage ich dir auch nicht, dass du ab morgen damit aufhören sollst. Das würde ich als klinische Psychologin keiner Frau raten.

Wahrscheinlich kennst du aber auch die andere Seite. Du nimmst zwei Stück Schokolade und denkst: „Nur zwei, dann ist gut.“ Dann noch eine Reihe. Dann brauchst du was Salziges und holst die Chips, danach wieder was Süßes. Irgendwann ist die Tafel leer, dein Bauch drückt und das schwere Gefühl ist trotzdem noch da.

Das Wichtigste in Kürze

  • Essen tröstet wirklich, weil es sofort wirkt und deinem Körper für einen Moment Ruhe gibt.
  • Oft geht es dabei gar nicht um den Geschmack. Du suchst ein Gefühl, das dein Kopf mit einem bestimmten Essen verknüpft hat.
  • Essen darf dich mal trösten, ohne dass du dich dafür schämen musst. Die wichtigere Frage ist aber: Was brauche ich gerade wirklich?
  • Essen gibt dir das Gefühl nur kurz. Fehlt dir eigentlich Nähe oder Ruhe, isst du langfristig immer weiter.
  • Ein Verbot hilft dabei nicht, weil der Druck selbst wieder ein schweres Gefühl ist, das Trost braucht. Was hilft, sind andere Wege, dich in einem schweren Moment aufzufangen.

Warum tröstet Essen so gut?

Essen tröstet so gut, weil es sofort wirkt. Es liegt fast überall bereit, es braucht keinen anderen Menschen und es macht ein schweres Gefühl innerhalb von Sekunden kleiner.

Im Live-Call habe ich es so gesagt: Essen füllt den leeren Magen genauso wie den leeren Kopf. Kaum etwas anderes schafft das in so kurzer Zeit.

Auch dein Körper spielt mit. Ich kenne das von mir: Nach dem Essen merke ich, wie mein Körper verdaut und ich langsam ruhiger werde. In einem schweren Moment fühlt sich dieses Runterkommen wie Erleichterung an.

Dein Kopf merkt sich das sehr genau. Er will gar nicht, dass du zunimmst oder dich hinterher schlecht fühlst, er will, dass es dir jetzt sofort besser geht. Über die Jahre hat er gelernt: „Wenn ich esse, geht es mir besser.“ Also schlägt er dir das Essen vor, sobald es schwer wird.

Eine Frau hat mir als Frage für den Live-Call einmal geschrieben: „Essen lindert den Schmerz und tröstet – so stark kann das kein anderes Werkzeug.“ Ich finde, für den Moment hat sie recht. Deshalb lässt es sich auch so schwer einfach weglassen, solange du keinen zweiten Trost hast.

Woran du merkst, dass du gerade Trost suchst und keinen Hunger hast? Meistens sitzt es weiter oben als im Magen, als Druck in der Brust oder als Kloß im Hals. Es kommt ganz plötzlich und soll oft ein ganz bestimmtes Essen sein. Bei mir waren es früher ganz bestimmte Chips, die keine andere Sorte ersetzen konnte. Was ist es bei dir?

Warum suche ich Trost ausgerechnet beim Essen?

Weil Essen und Geborgenheit für uns von Anfang an zusammengehören. Ein Baby wird beim Trinken gehalten, es bekommt die Milch und die Nähe im selben Moment.

Später kommt vielleicht der Kakao nach einem verregneten Nachmittag dazu oder das Eis, nachdem du dir das Knie aufgeschlagen hattest. Das ist Fürsorge, daran ist überhaupt nichts falsch. Dein Gehirn speichert dabei nur ab, dass dieses Essen zu dem Gefühl gehört, dass jemand für dich da ist. Überleg mal kurz: Was gab es bei dir früher, wenn es dir schlecht ging?

Wie stark so eine Verknüpfung sein kann, habe ich schon mit einigen Frauen erlebt. Ein paar haben mir von Nutella erzählt, das sie als Kind immer gegessen hatten. Sie waren sich sicher, dass sie es total gern mögen. Dann haben sie es zum ersten Mal ganz langsam gegessen und gemerkt, dass es ihnen gar nicht so gut schmeckt.

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie man Nutella nicht mögen kann. Aber gehalten hat diese Frauen die Gewohnheit von früher, nicht der Geschmack.

Noch etwas spielt mit hinein. Mit einem schweren Gefühl einfach da zu sein, hat den meisten von uns nie jemand gezeigt. Das ist kein Vorwurf an irgendwen, es war schlicht kein Thema. Gelernt haben wir eher das, was schnell geht: Ablenken, wegmachen und eben auch etwas essen.

Wenn du an einem miesen Tag nach etwas ganz Bestimmtem greifst, hungerst du also oft gar nicht nach Schokolade. Du hungerst nach etwas, das sich nicht essen lässt. Bei der einen ist es Ruhe nach einem lauten Tag. Bei der anderen ist es das Gefühl, dass sich endlich mal jemand um sie kümmert.

Ist es schlimm, sich mit Essen zu trösten?

Nein, ist es nicht. Ein Stück Schokolade an einem richtig miesen Tag ist kein Rückschritt und hat auch nichts mit fehlender Disziplin zu tun. Wenn es passiert ist, darfst du dir ruhig sagen: „Hey, ich hab das jetzt gerade gebraucht, weil alles viel zu viel war. Aber es war okay.“

Vielleicht denkst du jetzt: „Ja, schön und gut, aber bei mir bleibt es halt nie bei einem Stück.“ Ich weiß. Schwierig wird es, wenn aus den zwei Stück jedes Mal die ganze Tafel wird.

Irgendwann schmeckst du gar nicht mehr, was du isst. Aufhören kannst du erst, wenn dir schlecht ist. Dann tröstet das Essen dich nicht mehr, dann deckt es zu.

Im Live-Call hatten wir dafür das Bild von einem Deckel. Das Essen legt sich auf deine Gefühle und hält sie unten. Für den Moment ist dann Ruhe. Weg sind die Gefühle aber nicht, sie liegen weiter darunter und warten. Deshalb ist der Wunsch nach Trost am nächsten Tag oft genauso groß wie vorher oder sogar noch größer.

Dazu kommt die Scham hinterher. Sie ist selbst wieder ein schweres Gefühl, das nach Trost ruft. So dreht sich die Spirale immer weiter, obwohl am Anfang nur der Wunsch stand, dass es dir besser geht.

Ob dich das Essen getröstet oder zugedeckt hat, merkst du am besten eine Stunde später. Fühlst du dich ruhiger und ein bisschen leichter, hat es dich getröstet. Drückt dein Bauch und du bist sauer auf dich, hat es eher etwas zugedeckt.

Manchmal ist die ehrliche Antwort auch: „Ich brauche das jetzt wirklich.“ Dann darfst du dir ein bisschen davon nehmen, ganz bewusst und entschieden. Das ist etwas völlig anderes als das wahllose Reinschaufeln, bis dir übel ist. Schau danach trotzdem hin, was dir gerade eigentlich gefehlt hat. Wenn das Essen dein einziger Trost bleibt, brauchst du es morgen wieder.

Wenn der Wunsch nach Trost schon da ist

Um diesen Moment geht es in meinem Videokurs „Schlank und frei“. Du lernst darin zu spüren, ob dein Körper gerade Hunger hat oder ob du Trost suchst. Für die Situation, in der das Essen schon ruft, zeige ich dir über zwölf Strategien. Nimm die, die sich für dich stimmig anfühlen. So stehst du am nächsten miesen Tag nicht mehr nur vor der Wahl zwischen Zusammenreißen und Reinschaufeln.

Der Kurs kostet 79 € statt 149 €. Du hast lebenslang Zugang und gehst ihn ganz in deinem eigenen Tempo durch.

Hier kannst du dir den Kurs in Ruhe anschauen

Wie höre ich auf, mich mit Essen zu trösten?

Du hörst nicht auf, indem du dir das Essen verbietest. Du brauchst es seltener, wenn du dir nach und nach andere Wege baust, dich aufzufangen. Das Essen darf dabei bleiben, es muss nur nicht mehr alles allein tragen.

Ich habe es jahrelang andersherum versucht. Bei mir gab es verbotene Lebensmittel wie Pizza oder Burger. Dazu kam immer wieder dieser eine Satz im Kopf: „So darf es nicht weitergehen.“ Herausgekommen ist ein ständiger Kampf zwischen Verzicht und Überessen. Ich hatte so viele Regeln im Kopf, dass ich aus diesem Hamsterrad einfach nicht rauskam.

Ein Verbot macht aus deinem Trost nämlich etwas Verbotenes. Dann denkst du noch öfter daran und der Druck steigt. Druck ist aber selbst ein schweres Gefühl, also brauchst du am Ende mehr Trost als vorher und nicht weniger.

Jedes Mal tapfer dagegen anzukämpfen, hilft auf Dauer auch nicht. In meinem Kurs nenne ich das Brände löschen. An den Tagen, an denen ohnehin alles zu viel ist, fehlt dir dafür irgendwann die Kraft. Das eigentliche Ziel ist, dass der Wunsch nach Essen als Trost gar nicht mehr so oft kommt.

„Und was mache ich dann stattdessen?“ Das ist die Frage, die mir an dieser Stelle fast immer gestellt wird. Drei Dinge helfen dir dabei.

Wenn Essen nicht mehr trösten muss

Erst runterkommen, dann fragen

Mitten in einem großen Gefühl weißt du oft gar nicht, was dir fehlt. Schau dir mal Kinder an: Sie rennen nicht zu ihrer Mama, weil sie genau wissen, was sie brauchen. Sie rennen zu ihr, um erst mal ruhiger zu werden.

Diesen Schritt darfst du dir auch geben. Dein Körper braucht nur ungefähr eine bis anderthalb Minuten, um sich spürbar zu beruhigen. Mach das Fenster auf, atme tief durch die Nase ein und mit einem richtigen Seufzer durch den Mund wieder aus. Dieser lange Atemzug sagt deinem Körper, dass gerade keine Gefahr droht. Erst danach fragst du dich, was dir jetzt wirklich guttun würde.

Sag dem Gefühl Hallo

Das klingt erst mal komisch, ich weiß. Ich habe diese Übung mit meinen Kundinnen im Live-Call gemacht. Du spürst nach, wo das Gefühl gerade in deinem Körper sitzt, vielleicht als Druck in der Brust oder als Enge im Hals. Dann atmest du in diese Stelle hinein und sagst innerlich: „Hallo Gefühl. Danke, dass du da bist.“

Warum das wirkt? Dein Nervensystem hält ein schweres Gefühl für eine Gefahr und will deshalb so schnell wie möglich etwas dagegen tun. Merkt es, dass das Gefühl dir nichts tut und du trotzdem sicher bist, kann es sich beruhigen. Dann wird aus dem Gefühl, das du eben noch wegessen wolltest, ein Hinweis darauf, was dir gerade fehlt.

Lange musst du das nicht machen, für den Anfang reichen zwei Minuten. Danach darfst du immer noch essen, wenn du es dann noch willst. Du schiebst nur einen kleinen Moment dazwischen, in dem du bei dir bist statt bei der Schublade.

Gib dir den Trost, den du eigentlich suchst

Solange Essen das Einzige ist, was dich zuverlässig auffängt, bleibt es die erste Wahl. Deshalb lohnt es sich, nach und nach ein paar andere Dinge zu finden, die dich wirklich trösten.

Hier kommt die Frage vom Anfang zurück: Was brauche ich gerade wirklich? Brauchst du nach einem lauten Tag Ruhe, kann das ein warmes Bad sein oder zehn Minuten allein im Auto, bevor du reingehst. Fehlt dir eher Nähe, hilft dir vielleicht die Freundin, die du in der Mittagspause kurz anrufst. Manchmal ist es auch einfach dein Lieblingslied, das du so laut aufdrehst, dass du mitsingen musst.

Oft fängt das schon tagsüber an. Wenn du weißt, dass dir abends vor allem Ruhe fehlt, kannst du schon mittags schauen, wo du dir ein paar Minuten nur für dich nimmst. Dann kommst du abends nicht so leer auf der Couch an.

Ein Satz aus einem meiner Live-Calls trifft das für mich ziemlich gut: Du hast kein Problem mit Schokolade, du hast ein Bedürfnis, das bisher nur einen einzigen Weg kannte. Je mehr Wege dazukommen, desto seltener muss es ausgerechnet das Essen sein.

Mit der Zeit passiert dann etwas, das ich bei vielen Frauen erlebe. Je freundlicher sie mit sich umgehen, desto weniger fühlt es sich noch okay an, sich bis zum Bauchweh vollzustopfen. Wenn du dir wichtig bist, willst du dich hinterher einfach nicht mehr elend fühlen. Dafür brauchst du keine Disziplin, das kommt ganz von allein.

Eine Teilnehmerin hat mir am Ende ihres Coachings geschrieben, dass sie heute viel liebevoller mit sich umgeht und nicht mehr gleich in den Panikmodus schaltet. Da muss das Essen nicht mehr trösten, weil sie sich selbst ein Stück weit auffangen kann.

Häufige Fragen

Warum esse ich, wenn ich traurig bin?

Wenn du traurig bist, sucht dein Kopf den schnellsten Weg, damit es dir besser geht. Essen hat das bei dir schon oft geschafft, deshalb schlägt er es dir als Erstes vor. Das ist gelernt und lässt sich deshalb auch wieder verändern.

Was kann ich statt Essen tun, wenn ich Trost brauche?

Komm zuerst ein bisschen runter, zum Beispiel mit einem langen Seufzer am offenen Fenster. Frag dich dann, was du gerade wirklich brauchst. Oft ist es Ruhe oder Nähe. Dafür gibt es noch viele andere Wege als Essen.

Muss ich auf Süßes verzichten, um mich nicht mehr mit Essen zu trösten?

Nein, ganz im Gegenteil. Ein Verbot macht Süßes nur noch reizvoller und erhöht den Druck, der dann selbst wieder Trost braucht. Das Essen darf bleiben, es bekommt nur Gesellschaft.

Wie lange dauert es, bis ich Essen nicht mehr als Trost brauche?

Eine feste Zeit kann dir dafür niemand ehrlich nennen, weil es eher in Wellen verläuft als in einer geraden Linie. Viele merken zuerst, dass sie seltener automatisch zugreifen. Ein schwerer Tag zwischendurch wirft dich dabei nicht zurück auf null.

Mein Fazit

Der Satz „Essen darf trösten“ ist für mich kein Freifahrtschein und auch keine neue Regel. Er nimmt dir die Scham. Ohne Scham kannst du viel ehrlicher hinschauen, was dir in dem Moment gerade fehlt.

Darauf kommt es an: Was brauche ich gerade wirklich? Essen gibt dir den Trost nur für einen Moment. Je mehr andere Wege du hast, dich aufzufangen, desto seltener brauchst du dafür die Schokolade.

Auch heute esse ich mal ein Stück Schokolade, wenn ich richtig müde bin. Das ist völlig in Ordnung. Anders als früher erkenne ich heute aber ziemlich schnell, was hinter dem Griff zur Schokolade steckt.

Viele Frauen sagen mir: „Ich will endlich frei sein.“ Frei heißt für mich nicht, dass Essen dich nie mehr tröstet. Es heißt, dass du in dem Moment eine Wahl hast.

Was tröstet dich außer Essen am meisten? Ist es bei dir eher ein Mensch, ein Ort oder ein Lied?

Ein kleiner Plan für den nächsten schweren Moment

Mit meiner Ampelmethode hast du einen Plan für die Momente, in denen es dich ganz stark zum Essen zieht. Du verbietest dir dabei nichts. Du gewinnst nur einen Augenblick, in dem du merkst, was du gerade wirklich brauchst, so dass du nicht mehr automatisch beim Essen landest. Die Ampelmethode bekommst du von mir komplett kostenlos.

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