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Im Winter hatte ich manchmal noch die Mütze auf dem Kopf, da stand ich schon am Kühlschrank.
Das war während meiner Ausbildung. Ich kam von der Arbeit nach Hause und hatte meine Sachen noch nicht mal richtig abgelegt. Ob ich überhaupt Hunger hatte, habe ich mich gar nicht gefragt. Zur Haustür rein und zack, als hätte sich ein Schalter umgelegt.
Meistens war noch irgendwas da, zum Beispiel ein Stück Kuchen von einer Feier. „Komm, eine Gabel. Eine Gabel ist ja nichts.“ Dann kam noch eine Gabel und noch eine, bis eineinhalb Stücke weg waren.
In der Kühlschranktür lag Schokolade, also war die als Nächstes dran. Dann ein paar Trauben, ein Löffel Schokopudding und alles total durcheinander.
Und dann kam dieser Gedanke: „Jetzt ist es auch wurscht. Jetzt kommt es darauf auch nicht mehr an.“ Also bin ich zum Süßigkeitenschrank gewandert und habe mir dort noch sämtliche Sachen rausgeholt. So ging es von einer Sache zur nächsten und dann wieder von vorne los.
Mir war hinterher total schlecht. Was ich alles gegessen hatte, hätte ich nicht mal mehr sagen können, so schnell ging das. Es war super frustrierend, weil ich überhaupt nicht wusste, wie ich da wieder rauskomme. Ich dachte damals, ich muss einfach stärker werden.
Vielleicht kennst du so einen Moment am Kühlschrank. Vielleicht sieht es bei dir aber auch ganz anders aus. Du isst nach der Arbeit gar nichts, weil seit Montag wieder ein neuer Plan läuft. Oder du rechnest schon beim Mittagessen, was heute noch reinpasst. Oder du merkst erst beim Abspann, dass die Schüssel auf dem Couchtisch leer ist.
Heute weiß ich, dass ich eine richtige Stress-Esserin war. Den ganzen Tag hatte ich funktioniert und erst zu Hause fiel der Druck ab. Das Essen hat für mich das Runterkommen übernommen. Ich bin klinische Psychologin und mich interessiert an deinem Essen gar nicht so sehr, ob du lieber zu Eis oder zu Chips greifst. Viel spannender ist die Frage: Welche Aufgabe hat das Essen bei dir übernommen?
Das Wichtigste in Kürze
- In meinem Essenstypen-Test gibt es vier Typen: Den Stress-Esser, den Diät-Typ, den Kontroll-Esser und den Gewohnheits-Typ.
- Dein Esstyp zeigt dir, wofür du das Essen gerade brauchst. Was du gern isst, ist dabei Nebensache.
- Ein Tipp, der dem einen Typ hilft, kann einen anderen noch tiefer in den Kampf mit dem Essen ziehen.
- Der Test hat zehn Fragen und dauert etwa zwei Minuten. Danach bekommst du deine Auswertung als PDF.
Inhalt
Welche Esstypen gibt es?
In meinem Essenstypen-Test gibt es vier Esstypen: Den Stress-Esser, den Diät-Typ, den Kontroll-Esser und den Gewohnheits-Typ. Jeder Typ beschreibt, welche Aufgabe das Essen in deinem Alltag übernommen hat, obwohl es eigentlich nur satt machen sollte.
Und jetzt denkst du vielleicht: „Eis ist doch Eis. Was soll da bei jeder anders sein?“ Nimm mal das Eis auf der Couch, eine Stunde nach dem Abendessen. Bei der einen nimmt es nach einem vollen Tag endlich den Druck raus. Bei der nächsten ist es das letzte Eis vor dem großen Neustart am Montag.
Die dritte hat vorher lange gerechnet, ob es heute noch reinpasst. Die vierte isst es, weil zum Film schon immer etwas Süßes gehört hat. Auf dem Teller sieht das alles gleich aus. In der Frau, die das Eis isst, passiert jedes Mal etwas völlig anderes. Deshalb braucht auch jede von ihnen etwas anderes.

Welcher Esstyp bin ich? Woran du dich erkennst
Bei einem der vier Typen wirst du vermutlich innerlich nicken, vielleicht auch bei zweien. Lies einfach mal und achte darauf, wo es in dir „Ja, das bin ich“ sagt.
Der Stress-Esser: Essen hilft dir, den Druck loszuwerden
Als Stress-Esserin isst du eigentlich ziemlich ausgewogen und magst gesundes Essen sogar gern. Sobald aber viel los ist, wird das Essen zu dem Ventil, über das der ganze Druck wieder rausgeht.
An vollen Tagen bleibt für eine richtige Mittagspause oft keine Zeit. Also gibt es den Riegel aus der Schreibtischschublade, im Stehen und zwischen zwei Terminen. So richtig los geht es aber meistens erst, wenn der Druck nachlässt. Du kommst zur Haustür rein, die Kinder schlafen endlich oder die Woche ist am Freitag vorbei. Dann brauchst du etwas Süßes oder Fettiges und isst dabei oft weit über deinen Hunger hinaus.
Warum ausgerechnet dann? Essen baut Stress tatsächlich ab, weil es dein Nervensystem beruhigt. Solange du funktionieren musst, hat dein Körper für Hunger gar keinen Platz. Erst wenn die Anspannung abfällt, sucht er einen Übergang ins Ausruhen.
Bei dir hat das Essen diesen Übergang übernommen. Weil es so zuverlässig wirkt, greift dein Kopf beim nächsten vollen Tag sofort wieder danach. Kurzfristig geht es dir damit ja auch besser. Gleichzeitig überhörst du die Signale deines Körpers und deine eigenen Bedürfnisse rutschen Tag für Tag ein Stück weiter nach hinten.
Eine Teilnehmerin aus meinem Coaching hat es im Büro mit Atempausen und Tee versucht. Geholfen hat das kaum, denn bei so viel Belastung ist eine Tasse Tee, als würdest du einen Waldbrand mit der Gießkanne löschen wollen.
Was ich an diesem Typ mag: Du kannst unglaublich viel leisten und ziehst die Dinge durch, egal was kommt.
Der Diät-Typ: Du pendelst zwischen Verzicht und Überessen
Als Diät-Typ hast du schon richtig viele Diäten hinter dir. Es gibt Phasen, in denen du dich super beherrschen kannst. Dann kommen wieder Phasen, in denen gar nichts mehr geht.
Vielleicht kennst du diesen Montag, an dem du mit einem neuen Plan aufwachst. Mittags in der Kantine gibt es Salat und den Kuchen im Büro lässt du stehen. Ein paar Tage später hat eine Kollegin Geburtstag und am Abend ist es vorbei mit der guten Woche. Am Wochenende isst du dann alles, was ab Montag wieder verboten ist.
„Ich starte immer motiviert“, so beschreiben sich viele Frauen, die zu mir kommen. An der Motivation liegt es also nie. Essen ist für dich ein riesiges Thema und du denkst ständig daran, was du darfst und was nicht. Wenn es kippt, stecken meistens Traurigkeit, Schuldgefühle oder Selbstzweifel dahinter und nicht der Hunger.
Für deinen Kopf ist dieser ständige Verzicht purer Stress. Mit jedem Tag, an dem du dir etwas verkneifst, wird der Frust größer. Irgendwann reicht ein langer Tag oder ein blöder Kommentar und dann geht gar nichts mehr. Dazu wird das Verbotene durch jedes Verbot noch reizvoller.
Glaubst du wirklich, dir fehlt die Disziplin? Wer so viele Diäten durchgezogen hat, ist keine Versagerin. Du bist eine Hochleistungssportlerin in Selbstkontrolle und Disziplin. Du setzt sie nur an der falschen Stelle ein.
Ich habe selbst zehn Jahre lang Diäten gemacht, bis mir klar wurde: Ich probiere ständig das Gleiche. Wenn ich so weitermache, stehe ich in zehn Jahren noch am gleichen Punkt.
Deine Stärke ist dein Kämpfergeist. Du verlierst dein Ziel nicht aus den Augen und fängst nach jedem Rückschlag wieder an.
Der Kontroll-Esser: Jede Essensentscheidung fällt im Kopf
Als Kontroll-Esserin achtest du sehr genau darauf, was du isst. Dem Zufall überlässt du dabei nichts. Zu viel isst du selten, weil du es so weit gar nicht erst kommen lässt.
Du kennst die Kalorien von fast allem, was in deinem Kühlschrank steht. Du kochst selbst, Fertiggerichte gibt es bei dir nicht und Snacks zwischendurch versuchst du zu vermeiden. Lieber isst du ein bisschen zu wenig als zu viel, Hauptsache, du nimmst nicht zu.
Und jetzt denkst du vielleicht: „Ist doch gut so. Wo soll da das Problem sein?“ Von außen sieht das tatsächlich vorbildlich aus und wie konsequent du das durchziehst, verdient ehrlich gesagt ein großes Kompliment. Innen drin sieht es aber oft anders aus. Ein Satz, den ich von Frauen mit diesem Muster höre: „Ich bin sehr im Kopf.“
Hinter der ganzen Planung steckt häufig die Angst, dass alles aus dem Ruder läuft, sobald du wirklich auf deinen Körper hörst. Also unterdrückst du lieber, was er gerade will. Stattdessen wird bei jeder Mahlzeit von Neuem gerechnet. Das kostet viel Kraft, auch wenn es niemand sieht.
Manche Frauen werden davon unruhig und nervös oder schlafen schlechter. Vielleicht bleibst du so schlank, aber frei fühlst du dich dabei nicht. Und mal ehrlich: Wie viel Platz hat das Essen in deinem Kopf an einem ganz normalen Dienstag? Im Essenstypen-Test gibt es eine Antwort, die nach diesem Typ klingt: „Selten, ich achte sehr darauf, was ich esse.“
Der Gewohnheits-Typ: Du isst, weil es einfach dazugehört
Als Gewohnheits-Typ isst du oft nebenbei, ohne groß darüber nachzudenken. In bestimmten Situationen gehört Essen für dich einfach dazu. Deshalb fällt dir das Widerstehen dort so schwer.
Das Mittagessen läuft neben den Mails, beim Abräumen wandern die Reste vom Kinderteller in deinen Mund und zum Film gehört abends die Schüssel auf dem Couchtisch. Wählerisch bist du nicht, du isst, was es gibt.
Für dein Gehirn sind Gewohnheiten etwas Wunderbares, weil sie Energie sparen. Stell dir das wie Knotenpunkte vor, die miteinander verbunden sind. „Nach Hause kommen“ hängt dann direkt an „zum Kühlschrank gehen“ und „Film an“ hängt an „Schüssel holen“. Die Situation gibt das Startsignal und nicht dein Hunger.
Weißt du noch, was du beim letzten Film nebenbei gegessen hast? Und wie viel? Wenn du kurz überlegen musst, ist das typisch für diesen Typ.
Du isst schneller und unachtsamer, als dir lieb ist. Was dein Körper eigentlich braucht, merkst du dabei manchmal gar nicht mehr. Fragt dich hinterher jemand, warum du so viel gegessen hast, kommt meistens nur ein Schulterzucken.
Im Test lautet die passende Antwort: „Ich weiß gar nicht, ich denke nicht so viel dabei nach.“ Das macht diesen Typ so leicht zu übersehen, auch für dich selbst. Deine Stärke ist deine Liebe zu Routinen. Hat sich eine neue Gewohnheit erst einmal eingespielt, ist sie für dich genauso selbstverständlich wie heute die alte.
Vielleicht hast du beim Lesen schon einen Favoriten. Ob dein Gefühl stimmt, zeigt dir mein kostenloser Essenstypen-Test. Zehn Fragen zu deinem ganz normalen Alltag, etwa zwei Minuten. Danach bekommst du deine Auswertung als PDF: Was deinen Typ ausmacht, wo deine Stolperfallen liegen und wie du mit deinem Essenstyp abnimmst. Hier kannst du deinen Esstyp bestimmen.
Warum du dein eigenes Muster so schwer erkennst
Du steckst mittendrin. Was du jeden Tag machst, fühlt sich für dich normal an. Die passende Erklärung liefert dein Kopf gleich mit.
Ich habe am Kühlschrank lange nur ein Problem gesehen: Ich muss stärker werden. Also habe ich nach Alternativen gesucht, Trockenfrüchte statt Gummibärchen, den Apfel statt der Schokolade. Das war unglaublich anstrengend und geholfen hat es nicht. Dass das Essen für mich das Runterkommen übernommen hatte, habe ich erst viel später verstanden.
So geht es vielen Frauen, mit jedem Typ ein bisschen anders. Die Stress-Esserin hält sich für undiszipliniert, die Kontroll-Esserin für vernünftig. Fragst du sie direkt, warum sie isst, bekommst du diese Erklärung. Und was würdest du antworten, wenn ich dich jetzt fragen würde?
Deshalb fragt der Essenstypen-Test nicht einfach „Warum isst du?“. Er fragt, wie oft du am Tag isst, wie viel Zeit du dir dafür nimmst oder wie oft du selbst kochst. Erst zusammen ergeben die Antworten ein Bild, das du allein so klar kaum sehen würdest.
Gut möglich, dass du dich in zwei Typen wiedergefunden hast. Mir wäre es auch so gegangen: Am Kühlschrank Stress-Esserin, über die ganzen Diät-Jahre ein ziemlich klassischer Diät-Typ. Der Test zählt, welche Antworten bei dir gerade überwiegen, damit du weißt, wo du anfangen kannst.
Warum ein Tipp für alle bei dir nicht funktioniert
Derselbe Tipp löst bei jedem Typ etwas anderes aus. Nimm mal den Klassiker „Iss nur, wenn du Hunger hast“. Klingt erst mal vernünftig, oder?
Die Kontroll-Esserin macht daraus sofort eine neue Regel und prüft ab jetzt den ganzen Tag, ob das schon Hunger ist. Der Diät-Typ startet damit die nächste Runde Verzicht, die ein paar Tage später im Überessen endet. Der Stress-Esserin nimmt der Tipp ihr Ventil weg, während der Druck genauso groß bleibt. Beim Gewohnheits-Typ kommt er gar nicht erst an, weil das Essen schon angefangen hat, bevor überhaupt jemand an Hunger denkt.
In meinem Coaching hat eine Frau mal geschrieben: „Das klappt eh nicht, ich bin nun mal eine Zuvielesserin.“ Ich verstehe den Satz gut. Wer schon viele Diäten hinter sich hat, sucht den Fehler irgendwann nur noch bei sich selbst. Aber wie fühlst du dich, wenn du so einen Satz über dich sagst?
So ein Etikett wie „Zuvielesserin“ erklärt nichts, es macht dich nur kleiner. Dein Esstyp beschreibt dagegen ein Muster, das du gelernt hast, weil es dir geholfen hat. Was du gelernt hast, kannst du auch wieder verändern.
Bei den meisten Methoden musst du dich an die Methode anpassen, dabei müsste sie zu dir passen. Was deinem Typ hilft, steht deshalb in deiner Auswertung. Hier schreibe ich es bewusst nicht für alle vier auf, sonst wäre es am Ende ja wieder ein Tipp für alle.
So läuft der Essenstypen-Test ab
Der Essenstypen-Test dauert etwa zwei Minuten. Du beantwortest zehn Fragen zu deinem Essalltag und klickst jeweils die Antwort an, die am ehesten zu dir passt.
Eine der Fragen lautet: „Was muss dein Essen können?“ Richtig oder falsch gibt es dabei nicht. Nimm die Antwort, die wirklich stimmt, auch wenn eine andere schöner klingt. Ich hätte mir damals vermutlich die vernünftigste ausgesucht.
Direkt danach siehst du deinen Typ und ein Video von mir dazu. Die ausführliche Auswertung bekommst du als PDF. Darin steht vor allem, wie du mit deinem Essenstyp abnimmst statt gegen ihn. Der Test ist kostenlos, du brauchst nur deine E-Mail-Adresse.
Häufige Fragen
Welcher Esstyp bin ich?
Am schnellsten findest du das mit meinem kostenlosen Essenstypen-Test heraus. Er ordnet dich nach zehn Fragen einem von vier Typen zu: Stress-Esser, Diät-Typ, Kontroll-Esser oder Gewohnheits-Typ.
Was unterscheidet deinen Test von anderen Esstyp-Tests?
Viele Tests im Netz sortieren nach Vorlieben, etwa in Naschkatzen oder Fast-Food-Fans. Mein Test fragt, wofür du isst, auch wenn dein Magen kein bisschen knurrt.
Kann sich mein Esstyp verändern?
Ja. Dein Esstyp ist ein gelerntes Muster und kein Teil deines Charakters. Braucht dein Kopf das Essen nicht mehr für seine alte Aufgabe, verändert sich auch dein Muster.
Ist der Esstyp dasselbe wie der Stoffwechseltyp?
Nein. Stoffwechseltyp-Tests schauen auf deinen Körper und darauf, welche Lebensmittel zu ihm passen sollen. Mein Essenstypen-Test schaut auf dein Verhalten, also wann und warum du isst, auch ohne Hunger.
Mein Fazit
Heute führt mein erster Weg nach der Arbeit nicht mehr zum Kühlschrank. Zusammenreißen musste ich mich dafür nicht. Als ich verstanden hatte, welche Aufgabe das Essen bei mir übernommen hatte, war das Bedürfnis danach einfach nicht mehr da. Ich musste gar keine Lösung mehr dagegen suchen.
Bei welchem der vier Typen hast du vorhin am meisten genickt? Und glaubst du, der Test sieht das genauso?
Finde heraus, wofür du das Essen gerade brauchst
Mach meinen kostenlosen Essenstypen-Test. In etwa zwei Minuten weißt du, welcher der vier Typen bei dir am stärksten ist. Im PDF danach liest du, was deinen Typ ausmacht, wo er dir im Weg steht und wie du mit ihm abnimmst. So probierst du nicht noch einmal eine Methode aus, die eigentlich für jemand anderen gemacht ist.
