Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk

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Früher habe ich mir bei Gummibärchen immer nur fünf Stück genommen und den Rest brav zurück in den Schrank gelegt. Bei Schokolade war es genau eine Rippe.

Klingt erst mal ziemlich vernünftig, oder? Das Problem war nur, dass ich danach nochmal hingelaufen bin – und dann nochmal und nochmal.

Dieses Ziehen kennst du bestimmt auch. Bei der einen kommt es im Büro, sobald die Keksdose rumgeht. Bei der anderen kommt es nach dem Mittagessen, obwohl sie längst satt ist, oder später auf der Couch.

Ich bin klinische Psychologin und habe dieses Ziehen jahrelang mit Disziplin bekämpft. Funktioniert hat das nie. Heute weiß ich auch, warum: An meiner Disziplin lag es nicht und an deiner liegt es auch nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hinter Heißhunger auf Süßes steckt selten ein Mangel, viel öfter bist du müde oder hast dir Süßes vorher verboten.
  • Was verboten ist, bleibt spannend – auch fünf „erlaubte“ Gummibärchen fühlen sich für deinen Kopf wie ein Verbot an.
  • Oft soll Süßes eine Aufgabe übernehmen, die ihm nie gehört hat: trösten oder dir endlich eine Pause verschaffen.
  • Die hilfreichste Frage im Moment heißt: Was brauche ich gerade wirklich?
  • Für den Moment, in dem das Ziehen richtig stark ist, hilft ein klarer Plan mehr als jeder gute Vorsatz.

Was fehlt dem Körper, wenn du ständig Lust auf Süßes hast?

Meistens fehlt deinem Körper kein Vitamin und kein Mineralstoff, sondern Schlaf, eine echte Pause oder die Erlaubnis, Süßes einfach essen zu dürfen. Das klingt unspektakulär, ist aber genau das, was ich bei den Frauen in meinem Coaching immer wieder sehe.

Im Internet liest du schnell etwas anderes. Da steht dann, dass Lust auf Schokolade einen bestimmten Mangel bedeutet und du nur das richtige Pulver brauchst. Ich bin keine Ärztin und stelle hier keine Diagnosen. Wenn du dir Sorgen machst, lass deine Werte bei deiner Hausärztin anschauen – dann hast du Gewissheit.

Mal ehrlich: Hattest du schon mal Heißhunger auf Linsen? Körperlicher Hunger wäre mit vielem zufrieden, mit einem Brot genauso wie mit einer Suppe. Das Ziehen nach Süßem will dagegen sofort etwas ganz Bestimmtes, die Schokolade aus der Schublade oder die Gummibärchen von der Kollegin.

Genau daran merkst du, dass hier gerade etwas anderes gesucht wird als ein Nährstoff. Der häufigste Grund dafür ist so banal, dass man ihn leicht übersieht.

„Je müder ich werde, desto mehr Lust auf Süßes“

Müdigkeit ist der häufigste Grund für Heißhunger auf Süßes, den ich kenne. Das gilt für mich selbst genauso wie für meine Kundinnen. Der Satz in der Überschrift stammt von einer Frau, die genau damit kämpft. Ich hätte ihn jahrelang selbst unterschreiben können.

Ich hasse Müdigkeit wirklich von Herzen. Wenn meine Augen schwer werden und mein Kopf sich anfühlt wie ein riesiger Heliumballon, ist der Gedanke an Schokolade nicht weit.

Früher habe ich ständig aus Müdigkeit gegessen. Ich wusste das sogar und habe Müdigkeit deshalb regelrecht gehasst. Durch genau diesen Druck habe ich dann noch mehr gegessen, weil es mich so belastet hat. Ein richtiger Teufelskreis.

In den ersten Monaten mit unserem Sohn habe ich etwas gemacht, das ich mir früher nie erlaubt hätte. Wenn er tagsüber geschlafen hat, habe ich mich zu ihm gelegt. Oft bin ich dabei selbst eingeschlafen.

Und weißt du was? Wenn ich danach aufgewacht bin, war das Bedürfnis nach Essen komplett weg. Da war nämlich gar kein Hunger, da war einfach Müdigkeit, die sich als Lust auf Süßes verkleidet hatte.

Dass wenig Schlaf mehr Lust auf Süßes macht, ist übrigens keine Einbildung. Dein Körper sucht dann nach schneller Energie und Süßes liefert sie am schnellsten. Das passiert im Nachmittagstief am Schreibtisch genauso wie nach einer kurzen Nacht schon beim Frühstück.

Heute ist der Gedanke an Schokolade an müden Tagen manchmal immer noch da. Manchmal esse ich dann auch ein Stück und das ist völlig okay. Der Unterschied zu früher ist nur, dass ich viel schneller merke, was eigentlich dahintersteckt.

Fünf Gummibärchen und dann nochmal hin: Warum Verbote das Ziehen lauter machen

Was verboten ist, bleibt spannend. Je strenger du dir Süßes einteilst, desto öfter denkst du daran und desto stärker zieht es dich hin.

Genau das war mein Problem mit den fünf Gummibärchen. Offiziell hatte ich sie mir ja erlaubt. Eigentlich wollte ich aber mehr und mein Kopf wusste ganz genau, dass mehr nicht drin ist. Also bin ich immer wieder zum Schrank gelaufen.

Viele Frauen, die zu mir kommen, kennen das von Low Carb. Am Anfang lief es super und dann kam der Heißhunger auf genau das, was gerade verboten war.

Wenn Süßes wirklich erlaubt ist, verliert es nach und nach seinen Reiz. Am Anfang kann es gut sein, dass du erst mal mehr Lust auf das früher Verbotene hast. Das gibt sich mit der Zeit, weil das Besondere fehlt.

Das heißt allerdings nicht, dass du ab morgen einfach alles isst, was im Schrank liegt. Solange im Kopf noch das Verbot sitzt, bleibt der Reiz, egal wie viele Gummibärchen du isst.

Wenn Süßes Trost und Pause sein muss

Hinter dem Ziehen nach Süßem steckt oft ein Gefühl, für das gerade kein Platz ist. Süßes übernimmt dann eine Aufgabe, die ihm nie gehört hat: Es soll dich trösten oder dir endlich eine Pause verschaffen.

Eine Frau hat das mal „meine kranke Vorstellung von Me-Time“ genannt. Die Schokolade ist dann der einzige Moment am Tag, der nur ihr gehört.

Im Alltag sieht das ganz unterschiedlich aus. Für die eine ist es der Riegel am Schreibtisch nach einem nervigen Telefonat. Für die andere ist es das Stück Kuchen in der Kantine, weil der Vormittag einfach zu viel war. Und für die dritte ist es das Eis, wenn die Kinder endlich schlafen.

Ich kenne das. Früher war eine Pause für mich verschwendete Zeit. Also hat Essen die Rolle übernommen, die eigentlich Erholung gebraucht hätte.

Solange Süßes diese Aufgabe hat, bleibt das Ziehen laut, egal wie sehr du dich bemühst. Das eigentliche Bedürfnis ist ja nicht erfüllt, es ist nur für einen Moment übertönt. Welches Bedürfnis bei dir dahintersteckt, ist übrigens bei jeder Frau ein bisschen anders.

Was hinter dem Ziehen nach Süßem steckt

Für den Moment, in dem das Ziehen schon da ist, habe ich die Ampelmethode entwickelt. Du schaust kurz, wie stark der Drang gerade ist. Dann weißt du sofort, was dir jetzt hilft – ohne Verbot und ohne Kampf. Die Ampelmethode bekommst du hier kostenlos.

Was du beim nächsten Ziehen nach Süßem anders machen kannst

Stell dir beim nächsten Mal eine einzige Frage: Was brauche ich gerade wirklich? Mehr braucht es dafür nicht, keinen Plan und keine neue Regel.

Vielleicht ist die Antwort: Ich bin todmüde. Dann ist das eine wichtige Info, auch wenn du gerade nicht schlafen kannst. Vielleicht ist die Antwort aber auch: Ich will jetzt einfach diese Schokolade. Auch das darf sein, Schokolade ist bei mir nicht verboten.

Es geht nicht darum, das Süße wegzukriegen. Es geht darum, kurz hinzuschauen, bevor die Hand automatisch in die Schublade greift. Allein das verändert schon etwas, weil du dann nicht mehr im Autopiloten bist.

Und wenn es trotzdem mal mehr wird als gedacht? Dann frag dich hinterher nicht „Warum bin ich so schwach?“. Frag dich lieber: „Spannend – woran lag’s?“ Mit der Antwort kannst du beim nächsten Mal etwas anfangen, mit einem Selbstvorwurf eher nicht.

Ich weiß aber auch, dass diese Frage nicht immer reicht. Wenn der Drang richtig stark ist, hast du keine Kraft mehr zum Nachdenken. Für diesen Moment brauchst du etwas, das du nicht erst überlegen musst. Kippt es bei dir öfter so, dass du gar nicht mehr aufhören kannst, findest du in meinem Artikel über Fressattacken mehr dazu.

Drei Schritte gegen Heißhunger zeige ich dir auch in diesem Video: Nie wieder Heißhunger: Die 3 Schritte, die wirklich funktionieren

Häufige Fragen

Welcher Mangel steckt hinter Heißhunger auf Süßes?

Meistens steckt hinter Heißhunger auf Süßes gar kein Mangel. Viel häufiger bist du müde oder hast dir Süßes vorher verboten. Ich bin klinische Psychologin und keine Ärztin. Wenn du unsicher bist oder sich dein Essverhalten plötzlich stark verändert, lass es deshalb bitte ärztlich abklären.

Warum habe ich nach dem Essen Heißhunger auf Süßes?

Oft hat die Mahlzeit davor zwar satt gemacht, aber nicht zufrieden. Das passiert vor allem, wenn sie eher „vernünftig“ als lecker war, zum Beispiel der Salat in der Kantine, weil es abends ja Pizza gibt. Manchmal ist es auch einfach Gewohnheit, weil nach dem Mittagessen schon immer etwas Süßes kam. Ein Nachtisch ist übrigens völlig erlaubt.

Was hilft bei Heißhunger auf Schokolade?

Am meisten hilft es, Schokolade nicht mehr zu verbieten und kurz hinzuschauen, was du gerade wirklich brauchst. Bist du müde, will dein Körper eigentlich Ruhe und keine Tafel Schokolade. Hast du einfach Lust darauf, darfst du sie essen. Für die Momente, in denen der Drang richtig stark ist, hilft dir die Ampelmethode.

Was sind die Ursachen für Heißhunger auf Süßes?

Die häufigste Ursache ist Müdigkeit, gleich danach kommen Verbote und Diäten. Dazu kommen Gefühle wie Stress oder Frust, gegen die Süßes für einen Moment hilft. Manchmal ist es auch echter Hunger, zum Beispiel wenn du mittags kaum etwas gegessen hast.

Mein Fazit

Das Ziehen nach Süßem ist kein Beweis dafür, dass du zu schwach bist. Es zeigt dir, dass dir gerade etwas fehlt. Meistens ist das nur gar nicht die Schokolade.

Achte doch mal diese Woche darauf, wann es dich am stärksten zum Süßen zieht. Ist es im Büro, nach dem Essen oder dann, wenn du müde bist? Ich wette, du erkennst ziemlich schnell ein Muster.

Die Ampelmethode: dein Notfallplan für den Heißhunger

Wenn das Ziehen nach Süßem schon da ist, hilft dir das Wissen über die Ursachen in dem Moment herzlich wenig. Dann brauchst du etwas, das sofort wirkt.

Mit der Ampelmethode ordnest du den Drang in eine von drei Stufen ein. Für jede Stufe weißt du, was dir jetzt hilft. Du musst dafür nicht kämpfen und dir nichts verbieten, so dass du dem Heißhunger nicht mehr hilflos ausgeliefert bist. Das Workbook gibt es kostenlos.

Hol dir hier die Ampelmethode

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