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Vor meinem Abi hatte ich noch nie eine einzige Stunde Chemie.
Ich habe das Abi damals auf einem ernährungswissenschaftlichen Gymnasium nachgeholt, mit sechs Stunden Ernährung und Chemie pro Woche. Alle anderen in meiner Klasse hatten schon mal Chemie gehabt, manche sogar als Leistungskurs. Ich kam von der Realschule und habe kein Wort verstanden.
Den Lehrer mochte ich aber irgendwie und ich wollte nicht, dass er denkt, ich kann gar nichts. Also habe ich mir einen Satz in den Kopf gesetzt: Ich kann Chemie. Ich bin der absolute Chemie-Crack.
Nach jeder Stunde habe ich mir den Stoff noch mal angeschaut. In der nächsten Stunde habe ich mich gemeldet und der Lehrer dachte: Die hat ja wirklich Ahnung. Am Anfang habe ich mir das nur eingeredet, irgendwann habe ich es geglaubt. Am Schluss bin ich als Kursbeste mit einer glatten Eins aus dem Abi rausgegangen.
„Abnehmen ist Kopfsache“ – vielleicht hast du den Satz auch schon selbst gesagt. „Ich bin sehr im Kopf“, höre ich oft. Was Chemie damit zu tun hat? Eine ganze Menge. Dein Kopf arbeitet beim Essen ganz genauso, nur meistens in die andere Richtung. Wie das läuft, zeige ich dir hier als klinische Psychologin.
Das Wichtigste in Kürze
- Abnehmen ist Kopfsache, weil das, was du über dich glaubst, entscheidet, was du in der Kantine, am Kühlschrank oder auf der Couch tust.
- Glaubenssätze wie „Ich esse einfach zu gerne“ fühlen sich an wie Fakten, sind aber Gedanken, die du irgendwann gelernt hast.
- Dein Gehirn sammelt ständig Beweise für das, was du schon glaubst. Alles, was nicht dazu passt, übersieht es.
- Ein Glaubenssatz verändert sich nicht durch mehr Wissen, sondern durch neue Erfahrungen.
- Mit Willenskraft hältst du eine Weile gegen dein Selbstbild durch. An anstrengenden Tagen gewinnt es trotzdem.
Inhalt
Abnehmen ist Kopfsache: Was das wirklich bedeutet
Abnehmen ist Kopfsache, weil dein Essen bei dem anfängt, was du über dich denkst. Es geht dabei nicht um Willenskraft. Es geht um die Sätze, die du über dich glaubst, ohne sie je geprüft zu haben.
Ich erkläre das in meinem Programm mit einer Kette: Selbstbild, Gedanken, Gefühle, Handeln, Ergebnis. Das Ergebnis bestätigt am Ende wieder dein Selbstbild.
So sieht das im Alltag aus. Du glaubst tief drin: „Bei Süßem kann ich sowieso nicht widerstehen.“ Im Büro bringt eine Kollegin Kuchen mit und der erste Gedanke ist: „Ach, ich schaff das eh nicht.“ Du fühlst dich schwer und ein bisschen resigniert.
Dann nimmst du ein Stück und später noch eins. Abends denkst du: „Siehst du, ich kann es einfach nicht.“ Damit hat sich der Kreis geschlossen.
Viele Frauen sagen mir: „Ich mache mir selbst einen Strich durch die Rechnung.“ Genau das passiert hier.
Das liegt nicht daran, dass du zu schwach bist. Du handelst nur ganz logisch nach dem Bild, das du von dir hast. Warum dir dabei auch noch so viel Wissen über Ernährung nicht weiterhilft, liest du in meinem Artikel Abnehmen ohne Diät.

Glaubenssätze beim Abnehmen: Sätze, die du nie selbst ausgesucht hast
Glaubenssätze sind Gedanken, die sich wie Tatsachen anfühlen. Die meisten hast du dir nicht selbst ausgesucht. Sie kommen aus deiner Kindheit, von Menschen um dich herum und aus jeder Diät, die du je gemacht hast.
Beim Abnehmen klingen sie zum Beispiel so: „Ich bin einfach so, ich esse halt zu gerne. Das war schon immer so.“ Oder: „Abnehmen ist schwer und anstrengend.“ Oder einer, den ich in meinem Kurs Schritt für Schritt auseinandernehme: „Wenn es sich leicht anfühlt, kann ich nicht abnehmen.“
Ein Bild, das ich dazu gern benutze, sind Heuschrecken in einem Glas mit Deckel. Sie springen immer wieder gegen den Deckel und irgendwann springen sie nur noch so hoch, wie er war. Auch dann, wenn der Deckel längst weg ist.
Das Diät-Denken ist dieser Deckel. Er sitzt oft noch drauf, selbst wenn du gerade gar keine Diät machst.
Eine Frau aus meinem Programm hat für den Live-Call mal geschrieben: „Ich bin dick – das ist kein Glaubenssatz, das ist ein Fakt.“ Ich verstehe total, warum sich das so anfühlt.
Die Zahl auf der Waage ist eine Zahl. Der Satz „Ich bin dick“ sagt aber, wer du bist. Wer sich über ein einziges Merkmal definiert, kann es kaum loslassen. Es fühlt sich dann an, als würde man sich selbst verlieren.
Dein Selbstbild: Du hörst, was du glaubst
Dein Selbstbild wirkt wie eine Brille. Du siehst und hörst vor allem das, was zu dem passt, was du ohnehin über dich glaubst.
Ich kenne das von innen. Früher wollte ich immer, dass mir alle sagen: Es geht nicht ums Dünnsein. Ich habe richtig danach gehungert, das zu hören. Trotzdem habe ich so sehr gefühlt, dass ich dünn sein muss.
Damals war ich in meinem Kopf „die Schlanke“ und „die Sportliche“. Wenn ich das lasse, dachte ich, wer bin ich dann noch? Das Witzige daran ist, dass mich kein einziger Mensch in meinem Umfeld darüber definiert hat. Das habe nur ich getan.
Heute ist mein Körper schlicht kein Thema mehr für mich. Meine Kinder, mein Business und meine Partnerschaft sind mir viel wichtiger.
Übrigens passiert genau im Kopf auch das, was intuitiv schlanke Menschen anders machen. Sie selbst merken es nur gar nicht. Warum intuitives Essen bei den meisten Frauen trotzdem nicht schlank macht, zeige ich dir in meinem kostenlosen Workshop „Intuitiv essen und WIRKLICH abnehmen!“. Such dir hier einen Termin aus.
Wie ein Glaubenssatz ins Wanken kommt
Ein Glaubenssatz verändert sich nicht, indem du gegen ihn ankämpfst. Er verändert sich durch neue Erfahrungen, die nicht zu ihm passen.
Genau das ist mir in Chemie passiert. Jede Stunde, in der ich mich gemeldet habe und richtig lag, war ein kleiner Beweis für den neuen Satz. Hätte ich gedacht „Ich kann Chemie eh nicht“, hätte ich mir nichts angeschaut und mich nie gemeldet. Ich hätte schlechte Noten geschrieben und mich am Ende bestätigt gefühlt.
Ein Beispiel, das ich gern erzähle, sind zwei Menschen, denen jemand eine Zigarette anbietet. Die eine sagt: „Nein danke, ich versuche gerade aufzuhören.“ Die andere sagt: „Nein danke, ich rauche nicht.“
Die erste sieht sich noch als Raucherin und wird ständig an diese Zigarette denken. Die zweite muss gar nicht kämpfen, weil sie sich einfach anders sieht.
Das geht nicht von heute auf morgen. Eine Frau hat mir dazu für den Live-Call geschrieben: „Ich habe sie aufgelöst, es erscheint mir logisch, aber akzeptieren kann ich es nicht.“ Das ist völlig normal.
Ein alter Gedanke ist im Gehirn wie eine breite Autobahn, der neue ist erst mal ein schmaler Weg. Je öfter du ihn gehst, desto breiter wird er.
Eine Kundin hat mir zum Abschluss einen sehr ehrlichen Satz geschrieben.
„Ich kann mich nicht dazu zwingen, meinen Körper von jetzt auf gleich zu akzeptieren und zu mögen und das ist okay. Ich möchte immer zwangsfreier und verbotsfreier werden.“ Genau so fühlt sich dieser Weg an.
Was du heute ausprobieren kannst
Nimm dir einen Zettel und vervollständige ein paar Satzanfänge, ohne lange nachzudenken. Zum Beispiel: „Abnehmen ist …“, „Süßes ist …“ und „Mein Körper ist …“.
Schau dir danach an, was dasteht. Würdest du diese Sätze so zu einer Freundin sagen? Wenn nicht, hast du gerade einen Glaubenssatz gefunden. Das ist oft schon der schwierigste Teil, weil die meisten Sätze so selbstverständlich sind, dass wir sie gar nicht mehr hören.
Du musst ihn heute nicht auflösen. Es reicht, wenn du ihn beim nächsten Mal bemerkst, vielleicht am Kühlschrank oder beim Mittagessen mit den Kollegen. Dann sagst du innerlich: „Ah, da ist er wieder.“ Das ist der erste Schritt raus aus dem Autopiloten.
Was natürlich schlanke Menschen im Kopf anders machen, zeige ich dir auch in diesem Video: Natürlich schlanke Menschen – und wie du es lernen kannst
Häufige Fragen
Ist Abnehmen wirklich Kopfsache?
Ja, zu einem großen Teil. Die meisten Frauen wissen genau, was gesund ist. Was sie am Kühlschrank tatsächlich tun, entscheiden aber ihre Gewohnheiten und die Sätze, die sie über sich glauben.
Welche Glaubenssätze verhindern das Abnehmen?
Typisch sind Sätze wie „Ich esse einfach zu gerne“, „Abnehmen ist schwer und anstrengend“ oder „Bei mir klappt das sowieso nicht“. Sie fühlen sich wahr an, weil dein Gehirn jahrelang Beweise für sie gesammelt hat. Beweise für das Gegenteil hat es einfach nicht mitgezählt.
Wie verändere ich mein Selbstbild?
Indem du schon heute ein bisschen so denkst und handelst wie die Frau, die du werden willst. Jede kleine Erfahrung, die zu diesem neuen Bild passt, ist ein Beweis. Mit der Zeit fühlt sich das neue Bild immer selbstverständlicher an.
Wie lange dauert es, einen Glaubenssatz zu ändern?
Das hängt davon ab, wie tief er sitzt. Ein Satz wie „Gesundes schmeckt nicht“ dreht sich oft schnell. Tiefe Sätze wie „Ich bin nicht gut genug“ brauchen länger und viele neue Erfahrungen, manchmal auch Begleitung.
Reicht positives Denken zum Abnehmen?
Nein, ein positiver Satz, den du nicht fühlen kannst, prallt meistens ab. Dein Verstand sagt dann sofort: „Stimmt doch gar nicht.“ Hilfreicher sind Fragen wie „Warum fällt mir das eigentlich so leicht?“ und echte Erfahrungen im Alltag.
Mein Fazit
Ich bin keine Chemikerin geworden. Aber diese glatte Eins hat mir gezeigt, wie viel ein einziger Satz im Kopf verändern kann, im Guten wie im Schlechten. Beim Essen ist es ganz genauso.
Welcher Satz über dich und das Essen läuft bei dir schon am längsten mit?
Kostenloser Online-Workshop „Intuitiv essen und WIRKLICH abnehmen!“
Du erfährst, warum „nur bei Hunger essen“ bei den meisten Frauen nicht reicht und was noch dazugehört. Du verstehst, was im Kopf von intuitiv schlanken Menschen anders läuft, so dass du nicht mehr gegen dich selbst arbeiten musst. Den Tag wählst du selbst.
