Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk

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Von Montag bis Freitag läuft es richtig gut und dann kommt der Samstag.

Zum Frühstück gibt es Brötchen statt Haferflocken. Mittags grillt ihr bei Freunden und am Nachmittag steht noch Kuchen auf dem Tisch. Am Sonntagabend fühlst du dich voll und träge und denkst: Ab Montag wieder richtig.

Diesen Wechsel kennen ganz viele Frauen. Eine Frau hat ihn mir mal so beschrieben: „Tagsüber schaffe ich es – abends kommt es doppelt und dreifach zurück.“ Mit der Woche und dem Wochenende ist es bei vielen genauso.

Ich bin klinische Psychologin und kann dich beruhigen: Mit fehlender Disziplin hat das nichts zu tun. Ganz im Gegenteil, unter der Woche bist du meistens sogar ziemlich diszipliniert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter der Woche halten dich feste Zeiten und oft auch strenge Regeln zusammen, am Wochenende fällt beides weg.
  • Das Wochenende ist oft die einzige richtige Pause und das Essen übernimmt dann die Erholung, die unter der Woche gefehlt hat.
  • Je strenger du unter der Woche mit dir bist, desto mehr holst du am Wochenende nach.
  • Ein Kilo mehr am Montagmorgen ist meistens Wasser und kein Grund, ab Montag wieder strenger zu werden.
  • Montag ist ein ganz normaler Tag, an dem es nichts auszugleichen gibt.

Unter der Woche klappt es, am Wochenende nicht: Warum das so ist

Unter der Woche hält dich dein Alltag zusammen, am Wochenende fällt dieser Halt weg. Dein Tag hat feste Zeiten und in der Kantine gibt es feste Gerichte. Zwischen zwei Terminen bleibt gar keine Zeit für den Kühlschrank.

Am Samstag ist das alles weg. Du bist zu Hause und die Küche ist zwei Schritte entfernt. Dazu kommen Einladungen und Familienessen, während niemand mehr deinen Tag taktet.

Außerdem spielt deine Kraft eine Rolle. In meinem Kurs erkläre ich das an einem einzigen Tag. Morgens klappt der Verzicht oft noch gut, abends ist die Kraft aufgebraucht und dann kippt es. Mit der Woche ist es genauso. Nach fünf Tagen Durchhalten ist der Akku am Freitagabend leer.

Am Wochenende kippt es nicht im Stress, sondern in der Ruhe

Das viele Essen am Wochenende kommt oft genau dann, wenn endlich Ruhe ist. Solange du unter Strom stehst, funktionierst du. Sobald die Anspannung wegfällt, kommt hoch, was die ganze Woche keinen Platz hatte.

Im Coaching höre ich dazu Sätze wie diesen: „Ich habe keine Zeit für mich, ich bin nur noch für andere da.“ Wenn das unter der Woche so ist, wird das Wochenende zur einzigen Pause. Weil kaum etwas so schnell entspannt wie Essen, übernimmt es diese Pause gleich mit.

Dieses Warten auf die große Pause kenne ich von mir selbst. In meiner Selbstständigkeit habe ich mal eineinhalb Jahre lang rund 70 Stunden pro Woche gearbeitet. Das ging von Montag früh bis Sonntagabend, ohne einen einzigen freien Tag. Ich dachte immer: Wenn das fertig ist, habe ich frei. Dann kam aber jedes Mal schon die nächste Idee.

So eine Woche fühlt sich an wie eine Durststrecke, an deren Ende die große Pause wartet. Je länger die Strecke, desto gieriger trinkst du am Ende. Mit dem Essen am Wochenende ist es oft ganz genauso.

„Ab Montag wieder richtig“: Wie strenge Regeln das Wochenende anheizen

Je strenger du unter der Woche mit dir bist, desto mehr holst du am Wochenende nach. Im Coaching sage ich dazu gern: Das Extrem erzeugt das Extrem.

Wenn du dir von Montag bis Freitag Süßes verbietest, wird der Samstag zu dem Tag, an dem du endlich darfst. Weil am Montag die Regeln wieder gelten, musst du den Sonntag dann auch noch ausnutzen.

Bei mir war das früher mit dem Abendessen so. Es war die letzte Mahlzeit des Tages und danach gab es nichts mehr. Also musste ich sie ausnutzen, weil ich später ja nicht mehr durfte. Das Wochenende wird auf dieselbe Weise zur Henkersmahlzeit vor der nächsten Woche.

In einem Live-Call haben wir genau diesen Satz auseinandergenommen. „Ab Montag“ teilt deine Zeit in eine schlechte Phase und eine gute Phase. Genau dieses Montag-Versprechen macht dir am Sonntag das schlechte Gewissen. Dahinter steckt die Regel, dass du Süßes ausgleichen musst.

Dazu gehört auch der Gedanke „Jetzt ist es eh egal“. Den gibt es nur, wenn es vorher eine Regel gab, denn ohne Regel kannst du keine brechen. Warum das Diät-Denken so hartnäckig bleibt, habe ich auch in meinem Artikel Jojo-Effekt vermeiden beschrieben.

Der Kreislauf aus Woche und Wochenende

Früher habe ich nach der Uhr gegessen, heute gibt es kein Wochenende zum Nachholen

Früher habe ich versucht, beim Essen alles perfekt zu machen. Ich habe die Uhrzeiten auf die Minute eingehalten. Ab 18 Uhr gab es nichts mehr und vor zwölf Uhr habe ich gefastet, ohne eine Minute früher anzufangen.

Das hat genau so lange funktioniert, bis etwas dazwischenkam. Mal hatte ich Stress mit meinen Eltern, mal stand eine Prüfung in der Ausbildung an. Irgendetwas war immer los und dann hat es wieder nicht geklappt. Ich dachte jedes Mal, ich muss mich nur noch mehr anstrengen.

Heute gibt es bei mir keine Woche mehr, die ich durchhalten muss. Deshalb gibt es auch kein Wochenende mehr, an dem ich etwas nachholen müsste. Ich esse am Samstag genauso nach Hunger und Lust wie an jedem anderen Tag.

Auch die Pausen habe ich mir zurückgeholt. Seit ich sie fest einplane, fühlt sich meine Woche nicht mehr wie eine Durststrecke an. Ich mache meine Arbeit, ich mache Pausen und mir geht es gut dabei.

Eine Teilnehmerin aus meinem Coaching nannte als größte Erkenntnis: „Dass ich den Zwang, den Druck und die Diätmentalität loslassen darf.“ Wer das unter der Woche loslässt, muss am Wochenende nichts mehr nachholen.

Warum es bei dir ausgerechnet am Wochenende kippt, hängt stark davon ab, welcher Essenstyp du bist. In meinem kostenlosen Essenstypen-Test findest du das in zwei Minuten raus und bekommst deine Auswertung als PDF dazu.

Was du am nächsten Wochenende anders machen kannst

Schau dir als Erstes an, was dein Wochenende anders macht als deinen Dienstag. Dieser Blick verrät dir mehr als jeder Vorsatz.

Nimm dir dafür einen Samstag und einen ganz normalen Wochentag vor. Was war an dem einen Tag anders als an dem anderen? Hattest du mehr Zeit für dich oder einfach weniger Struktur? Gab es vielleicht ein anstrengendes Gespräch oder einen Besuch, der dich Kraft gekostet hat?

Dann frag dich: Was brauche ich am Wochenende eigentlich wirklich? Vielleicht ist es ein Vormittag nur für dich oder einfach mal ein paar Stunden ohne Plan. Oft ist es genau das, was dir unter der Woche gefehlt hat.

Noch besser ist es, diese Pause nicht bis Samstag aufzuheben. In einem Live-Call haben wir gesagt: Du musst nicht die ganze Woche funktionieren und erst am Ende endlich drankommen. Du darfst über die Woche verteilt immer wieder bei dir sein, zum Beispiel mit einer Minute am offenen Fenster zwischen zwei Terminen.

Am Sonntagabend lässt du den Satz „Ab Montag wieder richtig“ dann einfach mal weg. Montag ist ein ganz normaler Tag, genau wie Sonntag. Wenn du am Wochenende mehr gegessen hast, bist du vielleicht länger satt, aber es gibt nichts auszugleichen.

Häufige Fragen

Warum esse ich am Wochenende so viel?

Meistens, weil am Wochenende der Halt aus Arbeit und festen Zeiten wegfällt, während dein Akku leer ist. Dazu kommt oft ein Mangel aus der Woche, entweder an Pausen oder durch strenge Regeln beim Essen. Das Wochenende holt dann beides nach.

Kann man an einem Wochenende zunehmen?

Ein Kilo mehr am Montagmorgen ist meistens Wasser, zum Beispiel nach salzigem Essen. Um ein Kilo Fett zuzunehmen, müsstest du ungefähr 7.000 Kalorien zusätzlich essen. Schwieriger ist der Wechsel aus strenger Woche und vollem Wochenende, wenn er sich jede Woche wiederholt.

Unter der Woche klappt es, am Wochenende nicht – was kann ich tun?

Schau zuerst, wie streng du unter der Woche mit dir bist. Je mehr du dir verbietest, desto mehr holst du am Wochenende nach. Hilfreich ist auch, dir schon unter der Woche kleine Pausen zu holen.

Soll ich unter der Woche weniger essen, um das Wochenende auszugleichen?

Nein, genau das hält den Kreislauf am Laufen. Wer unter der Woche spart, baut den Mangel auf, der am Wochenende wieder durchbricht. Iss lieber an jedem Tag so viel, wie du Hunger hast.

Ist ein Cheat Day sinnvoll?

Ein Cheat Day ist Diät-Denken in neuer Verpackung. Er teilt dein Essen wieder in erlaubt und verboten. Genau das macht den Samstag so aufgeladen. Wenn alles erlaubt ist, gibt es auch nichts mehr zu schummeln.

Zum Schluss

Wenn du am Wochenende mehr isst, sagt das nichts über deine Disziplin. Meistens fehlt dir unter der Woche etwas, das du dir am Samstag übers Essen zurückholst.

Was wäre das bei dir, wenn du mal ehrlich hinschaust? ☺️

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