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Mein Mann isst zum Frühstück eine Zimtschnecke und abends noch ein Eis. Er nimmt davon nicht zu und denkt dabei auch an gar nichts.
Früher war ich auf solche Menschen richtig neidisch. Ehrlich gesagt war ich fast schon ein bisschen wütend auf sie. Und dann habe ich ausgerechnet so einen geheiratet.
Vielleicht fragst du dich gerade, ob man durch intuitives Essen überhaupt abnehmen kann. Du hast gelesen, dass du nur noch bei Hunger essen sollst. Du hast es probiert, mit Hunger-Skala und allem Drum und Dran. Die Waage bewegt sich trotzdem nicht, oder sie geht sogar nach oben.
Ich sage dir gleich, wie es ist: Ja, du kannst durch intuitives Essen abnehmen. Aber nicht mit der Version, die du überall liest.
Das Wichtigste in Kürze
- Du kannst durch intuitives Essen abnehmen, aber nicht, indem du Hunger und Sättigung wie eine neue Regel abarbeitest.
- Wer vor dem Kühlschrank im Kopf prüft „Bin ich jetzt bei 3 oder bei 5?“, macht eine neue Diät mit einem schöneren Namen.
- Wenn du die Regeln einfach weglässt, kann es erstmal ins andere Extrem kippen, weil die Verbote im Kopf noch da sind.
- Intuitiv schlanke Menschen folgen keinem Regelkatalog. Sie haben einen anderen inneren Umgang mit Essen.
- Das Gewicht ist die Folge davon und nicht das Ziel. Deshalb bleibt es auch.
Inhalt
Kann man durch intuitives Essen abnehmen?
Ja, das geht. Ich esse heute selbst so und mein Gewicht ist schlicht kein Thema mehr.
Wenn ich Lust auf ein Eis habe, esse ich mein Eis. Wenn ich mit einem Kind auf dem Schoß zwischen Spielsachen esse, dann ist das eben so. Ich nehme dabei nicht zu und ich nehme auch nicht ab. Mein Kopf ist mit ganz anderen Dingen beschäftigt, vor allem mit meinen Kindern und meinem Business.
Intuitives Essen ist aber kein Abnehmprogramm, bei dem du fünf Regeln befolgst und am Ende die Zahl fällt. Bei den Frauen, die ich begleite, kommt meistens zuerst die Leichtigkeit und dann die Abnahme. Wie schnell das geht, ist bei jeder Frau anders.
„Ich esse nur noch bei Hunger“ und nehme trotzdem nicht ab
Intuitives Essen, wie es meistens erklärt wird, macht nicht schlank. Aus „Achte auf Hunger und Sättigung“ wird nämlich ganz schnell ein neuer Regelkatalog.
Vielleicht kennst du das: Es ist Nachmittag, du stehst vor dem Kühlschrank und gehst im Kopf die Hunger-Skala durch. Bin ich jetzt bei 3 oder bei 5? Ist das körperlicher Hunger oder emotionaler? Darf ich jetzt oder lieber nicht? Am Ende isst du doch und ärgerst dich hinterher.
Früher hieß die Regel „keine Kohlenhydrate“. Jetzt heißt sie „nur bei Hunger essen“ oder „immer achtsam sein“. Das fühlt sich freier an, ist aber genauso viel Arbeit im Kopf. Viele Frauen beschreiben es mir als „Krieg im Kopf“.
Dazu kommen die Situationen, für die keine Regel passt:
- Es ist Essenszeit mit der Familie, aber du hast noch keinen Hunger. Isst du mit, guckst du zu oder isst du später allein?
- Du bist mit Freundinnen zum Essen verabredet und bist noch satt. Bestellst du trotzdem oder sitzt du mit leerem Teller daneben?
- Du weißt, dass du die nächsten Stunden nicht zum Essen kommst. Isst du jetzt ohne Hunger oder riskierst du, später ausgehungert zu sein?
Solche Fragen machen Essen anstrengend. Was anstrengend ist, hältst du auf Dauer nicht durch – und dann landest du wieder am selben Punkt wie nach jeder Diät. Wie dieser Kreislauf genau abläuft, findest du in meinem Artikel über den Jojo-Effekt.

„Was, wenn ich ohne Kontrolle komplett eskaliere?“ Bei mir ist genau das passiert
Ja, wenn du die Regeln einfach weglässt, kann es erstmal ins andere Extrem kippen. Bei mir war das so. Deshalb verstehe ich diese Angst total.
Ich hatte jahrelang nach Regeln gegessen. Irgendwann konnte ich nicht mehr und wollte lockerer werden, mehr nach Gefühl essen. Weil ich mir plötzlich so viel erlaubt habe, konnte ich mich aber überhaupt nicht mehr bremsen.
Nach der Arbeit bin ich als Erstes an den Kühlschrank gegangen. Hier ein Stück Kuchen, da eine Milchschnitte. Dann noch ein Pingui, ein Joghurt und Schokolade hinterher, alles durcheinander. Am Ende konnte ich gar nicht mehr sagen, was ich alles gegessen hatte, so schnell ging das. Hinterher war mir schlecht.
Das Essen war erlaubt, aber die ganzen Verbote waren noch in meinem Kopf. Solange die da sind, fühlt sich „alles erlaubt“ nicht nach Freiheit an. Es fühlt sich an wie die letzte Gelegenheit, bevor die nächste Diät losgeht.
Heute sieht das ganz anders aus. Vor einiger Zeit stand ich hungrig in der Küche und habe schnell etwas gegessen. Mein Sohn hing quengelnd auf meinem Arm. Meine Tochter hat mir einen Stapel Bücher angeschleppt, die sie sofort mit mir anschauen wollte. Ich habe das Essen kaum geschmeckt.
Früher hätte ich gedacht: Das ist doch nicht intuitiv, ich mache alles falsch, so wird das nie was. Aus Frust hätte ich danach noch viel mehr gegessen, als ich gebraucht habe. Heute denke ich: Das ist das Leben. Ich muss nicht jede Mahlzeit achtsam und langsam essen, damit es funktioniert.
Was intuitiv schlanke Menschen anders machen
Intuitiv schlanke Menschen halten sich an keine Regeln, auch nicht an „nur bei Hunger essen“. Sie haben einen anderen inneren Umgang mit Essen, den man von außen kaum sieht.
Bevor wir verheiratet waren, saßen mein Mann und ich abends oft auf der Couch. Ziemlich oft kam da noch ein Eis raus, obwohl wir beide zu Abend gegessen hatten und eigentlich satt waren. Er hat seins gegessen, ich meins, genau das gleiche und genau gleich viel.
Nur dass ich die ganze Zeit mit mir gehadert habe. Soll ich das wirklich essen? Ich hatte doch schon Abendbrot und brauche die Kalorien gar nicht. Er hat einfach seinen Löffel genossen. Und jetzt kommt der Teil, der mich damals fast verzweifeln ließ: Ich habe davon zugenommen und er nicht.
Ich dachte immer, intuitiv schlanke Menschen haben einfach kein Verlangen nach Eis, wenn sie satt sind. Aber mein Mann war satt und hat es trotzdem gegessen.
Bei unserer Tochter sehe ich das gleiche. Sie sagt oft, sie ist satt, wenn sie auf das Essen vor sich keine Lust hat. Frage ich sie dann, ob sie noch Apfelmus möchte, ist sie plötzlich doch nicht mehr satt. Zwischendurch isst sie mal ein Eis, ohne dass ihr Magen geknurrt hat. Dafür will sie dann beim Abendessen nicht mehr so viel.
Unser Sohn hat mir das nochmal gezeigt, als er laufen gelernt hat. Hat man ihn dazu aufgefordert, hat es nicht geklappt. Wollte er irgendwo hin und ist einfach losgelaufen, dann hat es geklappt, weil er dabei nicht nachgedacht hat.
Was genau in meinem Mann und in den Kindern anders läuft, ist der Teil, über den beim intuitiven Essen kaum jemand spricht. Damals hat das für mich überhaupt keinen Sinn ergeben. Heute weiß ich, woran es liegt. Inzwischen mache ich es genau wie er.
Übrigens, um genau diesen Teil geht es in meinem kostenlosen Online-Workshop „Intuitiv essen und WIRKLICH abnehmen!“. Du erfährst dort, warum du zunimmst, obwohl du alles richtig machen willst. Und du siehst, was Menschen wie mein Mann anders machen, ohne es selbst zu wissen. Den Termin suchst du dir selbst aus: Melde dich hier an.
Was du beim nächsten Essen anders machen kannst
Lass die Hunger-Skala beim nächsten Mal einfach weg. Frag dich stattdessen: Was würde die Frau, die ich werden will, jetzt tun?
Das klappt beim Kuchen im Büro genauso wie beim Familienessen, zu dem du noch keinen Hunger hast. Meistens weißt du die Antwort sofort, ohne irgendetwas auszurechnen. Vielleicht nimmt sie sich ein Stück und genießt es. Vielleicht isst sie ein paar Bissen mit, weil sie bei ihrer Familie sitzen will. Beides ist in Ordnung.
Wenn es mal anders läuft, als du wolltest, dann schimpf nicht mit dir. Frag dich lieber ganz neugierig: Spannend, woran lag’s? Mit dieser Frage lernst du etwas über dich. Mit „Ich hab’s schon wieder vermasselt“ lernst du nur, dass du streng mit dir bist.
Du musst dabei nichts richtig machen. Die Frage soll dich nur aus dem Rechnen rausholen und ein bisschen näher zu dir bringen.
Woran intuitive Ernährung meistens scheitert, siehst du in diesem Video: Warum intuitive Ernährung bei dir (noch) nicht funktioniert
Häufige Fragen
Kann man durch intuitives Essen abnehmen?
Ja, aber nicht, wenn du Hunger und Sättigung wie eine neue Diät-Regel behandelst. Intuitiv schlanke Menschen haben einen anderen inneren Umgang mit Essen. Wenn du den lernst, ist das Gewicht die Folge davon.
Wie lerne ich, intuitiv zu essen?
Am ehesten, indem du weniger nachdenkst statt mehr. Eine neue Liste mit Regeln hilft dir dabei nicht weiter. Hilfreicher ist die Frage, was die Frau, die du werden willst, gerade tun würde. Am Anfang darf sich das ungewohnt anfühlen.
Warum nehme ich mit intuitivem Essen zu?
Meistens, weil die Verbote im Kopf noch da sind, auch wenn auf dem Teller alles erlaubt ist. Wer sich nichts mehr verbietet, hat anfangs oft mehr Lust auf genau das, was früher verboten war. Das gibt sich mit der Zeit, wenn sich innerlich etwas verändert.
Wie schnell nimmt man mit intuitivem Essen ab?
Das ist bei jeder Frau anders, deshalb nenne ich dir keine Zahl. Bei den meisten kommt zuerst die Leichtigkeit im Kopf und danach die Abnahme. Genau deshalb bleibt das Gewicht dann auch unten.
Was ist der wichtigste Tipp beim intuitiven Essen?
Hör auf, es perfekt machen zu wollen. Du darfst mit Kind auf dem Arm essen oder nebenbei am Schreibtisch. Auch wenn du kaum gemerkt hast, wie es geschmeckt hat, ist das okay. Entscheidend ist dein innerer Umgang mit Essen und nicht die perfekte Mahlzeit.
Fazit
Ich war jahrelang neidisch auf Menschen wie meinen Mann. Heute sitze ich neben ihm und esse mein Eis, wenn ich Lust drauf habe. Ich denke dabei an gar nichts. Dafür musste ich keine Regel besser befolgen, sondern verstehen, was er anders macht.
Wie ist das bei dir: Stehst du manchmal auch vor dem Kühlschrank und rechnest?
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