Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk

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Vor einer Weile hat unsere Tochter Mila einen Babybel einfach links liegen lassen, weil Pauli gucken gerade wichtiger war.

Kurz vorher hatte sie gesagt, dass sie noch Hunger hat. Den ersten Käse hat sie auch direkt gegessen. Als ich ihr den zweiten vor die Nase gehalten habe, hat sie mich total empört angeschaut und sich wieder zum Bildschirm gedreht. Kein Blick mehr zum Käse, also habe ich ihn wieder weggepackt.

Ich musste lachen, weil ich früher genau das Gegenteil war. Abends auf der Couch habe ich jahrelang nebenbei gegessen, einfach aus Gewohnheit. Auch sonst habe ich ganz oft aus Langeweile gegessen, ohne überhaupt Hunger zu haben.

Vielleicht ist es bei dir der Keks aus der Dose im Büro, wenn die nächste Aufgabe gerade so gar keinen Spaß macht. Oder der Gang in die Küche im Homeoffice, zwischen zwei Mails, obwohl du vor einer Stunde gegessen hast. Das Verrückte ist: Oft passiert das ausgerechnet an Tagen, die eigentlich randvoll sind.

Das Wichtigste in Kürze

  • Essen aus Langeweile ist emotionales Essen: Du isst, obwohl dein Körper gerade gar keinen Hunger hat.
  • Langeweile heißt selten, dass du zu wenig zu tun hast. Oft bist du so erschöpft, dass dir für etwas Schönes die Kraft fehlt.
  • Es liegt nicht an fehlender Disziplin. Das Essen hat bei dir eine Aufgabe übernommen, die ihm nie gehört hat.
  • Verbote und Ablenkungs-Tricks machen das Essen eher lauter. Leiser wird es, wenn dir etwas anderes wichtiger wird.
  • Was bei dir hinter dem Essen zwischendurch steckt, hängt von deinem Essenstyp ab, den du im kostenlosen Essenstypen-Test herausfindest.

Ich esse aus Langeweile, obwohl mein Tag total voll ist

Das klingt erst mal unlogisch, aber ich höre es von Frauen ganz oft: Ihr Alltag ist randvoll und sie essen trotzdem aus Langeweile. Langeweile heißt hier nämlich nicht, dass du zu viel Zeit hast. Du bist so gestresst und fertig, dass du gar keine Kraft hast, die freie Viertelstunde für etwas Schönes zu nutzen.

Also stehst du nach dem Meeting in der Kaffeeküche, direkt neben der Schale mit den Süßigkeiten. Deine Hand ist dann schneller als dein Kopf. Oder du sitzt mittags in der Kantine, bist eigentlich satt und holst dir trotzdem noch den Nachtisch, weil der Nachmittag so zäh aussieht.

Bei mir hing die Langeweile lange an einem Satz, den ich ständig im Kopf hatte: Ich muss produktiv sein. Mein Selbstwert war an Leistung geknüpft. Wenn ich viel geschafft habe, war ich viel wert und an Tagen mit wenig habe ich mich nutzlos gefühlt.

Leere Zeit hat sich für mich deshalb nie nach Pause angefühlt, eher nach Versagen – und genau da kam das Essen ins Spiel.

Langeweile-Essen passiert in den Lücken deines Tages

Essen aus Langeweile hat selten einen festen Platz im Tag. Es schiebt sich in die kleinen Lücken, in denen gerade nichts los ist oder in denen das, was los ist, keinen Spaß macht.

Das kann das Warten auf einen Rückruf sein. Oder der Nachmittag vor einer Tabelle, die einfach nicht fertig werden will. Im Homeoffice ist es oft der kurze Weg in die Küche, obwohl du eigentlich nur ein Glas Wasser holen wolltest.

Am Abend vor dem Fernseher läuft dasselbe Muster. Eine Frau hat das mal ziemlich treffend „Langeweile-Abend-vorm-TV-Hunger“ genannt. Eine andere hat es noch kürzer gesagt: „Glotze an, Hirn aus.“

Was all diese Momente gemeinsam haben: Du isst nebenbei und bekommst es oft kaum mit. Dein Magen hat dich gar nicht in die Küche geschickt, das war die Lücke. Ob das, was du da spürst, echter Hunger ist oder nicht, kannst du übrigens ganz gut auseinanderhalten. Wie das geht, erkläre ich dir in meinem Artikel Immer Hunger trotz Essen.

Was wirklich hinter dem Essen aus Langeweile steckt

Hinter dem Essen aus Langeweile steckt fast nie das Essen selbst. Es füllt etwas, das dir in diesem Moment fehlt. Was das genau ist, sieht bei jeder Frau anders aus.

Deshalb liegt es auch nicht an deiner Disziplin. Du kannst dir morgens noch so fest vornehmen, heute die Finger von der Süßigkeitenschale zu lassen. Solange das Essen bei dir diese Aufgabe hat, holt sich dein Kopf es trotzdem.

Darum helfen die üblichen Tipps auch so wenig. Vielleicht hast du auch schon mal Karottensticks neben die Tastatur gelegt oder die Schokolade ganz hinten im Schrank versteckt. Das ist beides Kontrolle – und Kontrolle macht das Essen erst recht laut.

Wo Langeweile-Essen passiert

Früher habe ich mich abgelenkt, heute wird mir etwas anderes wichtiger

Früher hätte ich versucht, mich irgendwie vom Essen wegzudenken. Heute weiß ich, dass es viel leichter geht, wenn mir etwas anderes wichtiger wird als das Essen. Das hat mir Mila an einem einzigen Nachmittag gezeigt.

Mila liebt Erdbeeren und normalerweise kommt nichts gegen sie an. Nach ihrem Mittagsschlaf wollte sie unbedingt welche. Während ich sie geschnitten habe, ist sie auf den Balkon gewandert, weil die Tür offen stand.

Dort steht eine Blumenschale, die wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Weil wir beide keinen grünen Daumen haben, sind da recht schnell Steinchen statt Blumen drin gelandet. Mila hat die Steinchen entdeckt und schnell wurde ein Spiel daraus. Wir haben die Steine ein- und ausgeräumt, in Linien gelegt und versteckt.

Die Erdbeeren waren komplett vergessen. Als ich sie gefragt habe, ob sie die nicht essen mag, kam nur ein klares „Nein“ und dann „Stein spielen“. Am Ende waren es drei Stunden und reingeholt haben wir sie auch nur, weil es langsam dunkel wurde.

Die Erdbeeren sind Mila nicht unwichtig geworden, es war einfach gerade etwas anderes wichtiger. Genau so wird Essen leiser. Du musst es dir nicht madig machen oder kleinreden. Es reicht, wenn es in deinem Alltag wieder Dinge gibt, auf die du dich mehr freust als auf den Keks zwischendurch.

Ehrlich gesagt esse ich auch heute mal ein Stück Schokolade, obwohl ich keinen Hunger habe. Der Unterschied ist nur, dass ich heute viel schneller merke, was dahintersteckt.

Essen aus Langeweile sieht übrigens bei jeder Frau ein bisschen anders aus. Bei der einen ist es die Süßigkeitenschale im Büro, bei der anderen der Kühlschrank im Homeoffice. Je nachdem, welcher Essenstyp du bist, steckt auch etwas anderes dahinter. In meinem kostenlosen Essenstypen-Test findest du das in zwei Minuten raus und bekommst deine Auswertung als PDF dazu.

Was du beim nächsten Griff zum Snack anders machen kannst

Du brauchst dafür keine Liste mit Ablenkungen. Eine einzige Frage vor dem Zugreifen reicht: Worauf hätte ich jetzt eigentlich Lust, wenn es nicht ums Essen ginge?

Vielleicht ist es eine Runde um den Block in der Mittagspause. Vielleicht willst du auch einfach deine Freundin anrufen oder das Buch weiterlesen, das seit Wochen auf deinem Nachttisch liegt. Wichtig ist nur, dass du dich wirklich darauf freust. Ein Ersatz, den du dir verordnest, fühlt sich schnell wieder nach Verzicht an.

Ich mag dafür ein Bild aus dem Restaurant. Wenn du der Bedienung nur sagst, dass du auf keinen Fall das Schnitzel willst, kann sie dir alles Mögliche bringen. Erst wenn du weißt, was du möchtest, bekommst du auch etwas, mit dem du zufrieden bist. Mit dem Essen ist es genauso: „Ich will nicht mehr aus Langeweile essen“ sagt dir noch nicht, wo du stattdessen hinwillst.

Und wenn du trotzdem isst? Dann setz dich hin und iss es in Ruhe, statt es im Stehen vor dem Kühlschrank runterzuschlingen. Manches schmeckt langsam gegessen übrigens gar nicht mehr so gut. Hinterher darfst du neugierig sein statt streng, denn ein „Spannend, woran lag’s?“ bringt dich viel weiter als jeder Vorwurf.

Klappt das von zehn Mal erst einmal, ist das schon ein Anfang. Eins ist größer als null.

Häufige Fragen

Was kann ich gegen Essen aus Langeweile tun?

Frag dich vor dem Zugreifen, worauf du gerade wirklich Lust hättest, wenn es nicht ums Essen ginge. Verbote und Ablenkungs-Tricks machen das Essen meistens lauter. Leiser wird es, wenn es in deinem Tag wieder Dinge gibt, auf die du dich freust.

Warum esse ich bei der Arbeit aus Langeweile?

Weil ein Arbeitstag voller kleiner Lücken ist, wie das Warten auf eine Antwort oder eine zähe Aufgabe am Nachmittag. Genau in diese Lücken schiebt sich das Essen, oft ganz nebenbei. Häufig steckt dahinter sogar eher Erschöpfung als echte Langeweile.

Hängen Langeweile und Einsamkeit beim Essen zusammen?

Oft fühlen sie sich ähnlich an, weil da eine Leere ist, die das Essen kurz füllt. Trotzdem sind es zwei verschiedene Gefühle und jedes braucht etwas anderes als Essen. Deshalb lohnt es sich, ehrlich hinzuschauen, welches bei dir gerade da ist.

Wie kann ich Essen aus Langeweile vermeiden?

Am besten, indem du gar nicht so viel Kraft ins Vermeiden steckst. Je mehr du dich kontrollierst, desto präsenter wird das Essen in deinem Kopf. Richte deinen Blick lieber auf das, was du stattdessen gern tun würdest.

Welche Alternativen gibt es zum Essen aus Langeweile?

Die beste Alternative ist die, auf die du selbst Lust hast. Eine aus irgendeiner Liste hilft dir wenig. Für die eine ist es ein Spaziergang in der Mittagspause, für die andere ein Telefonat mit der Freundin. Fühlt sich die Alternative nach Verzicht an, hält sie meistens nicht lange.

Zum Schluss

Mila hat an diesem Nachmittag nicht auf ihre Erdbeeren verzichtet. Sie hatte einfach keinen Kopf mehr für sie, weil die Steinchen viel spannender waren. Da darfst du auch hin, selbst wenn das heute vielleicht noch weit weg klingt.

Was wäre bei dir so ein Steinchen-Spiel? ☺️

Finde heraus, welcher Essenstyp du bist

Mein Essenstypen-Test ist kostenlos und dauert nur zwei Minuten. Dazu bekommst du ein PDF, das dir deine Stärken und Stolpersteine zeigt. So weißt du, was bei dir hinter dem Essen zwischendurch steckt und was dein nächster Schritt ist.

Zum kostenlosen Test

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