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Früher habe ich mein Schnitzel ohne einen Tropfen Fett in den Ofen geschoben.
Gesund war es ja, aber zufrieden war ich danach nicht. Kurz darauf saß ich dann vor den Chips oder vor der Schokolade.
Wahrscheinlich kennst du dieses Ziehen nach Salzigem auch. Bei der einen sind es die Salzstangen am Schreibtisch, bei der anderen die Chipstüte auf der Couch. Manchmal ist es auch die Brezel beim Bäcker, obwohl du gerade erst gegessen hast.
Lange habe ich geglaubt, mir fehlt einfach die Disziplin. Heute weiß ich als klinische Psychologin: Bei meinem Schnitzel hat etwas ganz anderes gefehlt.
Das Wichtigste in Kürze
- Hinter Heißhunger auf Salziges steckt selten ein Salzmangel, viel öfter hat dich die Mahlzeit davor nicht zufrieden gemacht.
- Wer satt, aber nicht versorgt ist, sucht sich das Fehlende später, oft in Form von Chips.
- Eine angebrochene Tüte bleibt im Kopf wie eine offene Aufgabe, deshalb muss sie so oft leer werden.
- Bei den Chips nach Feierabend geht es oft ums Runterkommen, weil das Essen zum Übergang in die Ruhe geworden ist.
- Die hilfreichste Frage im Moment heißt: Was hat mir heute eigentlich gefehlt?
Inhalt
- Was fehlt dem Körper bei Heißhunger auf Salziges?
- Satt, aber nicht zufrieden: Was mein Schnitzel ohne Fett mir gezeigt hat
- Warum die Chipstüte immer leer werden muss
- Chips auf der Couch: Wenn es gar nicht um die Chips geht
- Was du beim nächsten Griff zur Chipstüte anders machen kannst
- Häufige Fragen
- Mein Fazit
Was fehlt dem Körper bei Heißhunger auf Salziges?
Meistens fehlt deinem Körper kein Salz, sondern eine Mahlzeit, die dich wirklich zufrieden gemacht hat. Oft war das Essen davor einfach zu fettarm oder zu „vernünftig“.
Das klingt erst mal komisch, weil man bei Heißhunger sofort an einen Mangel denkt. Ich bin keine Ärztin und stelle hier keine Diagnosen. Wenn das Verlangen nach Salz sehr stark ist oder plötzlich ganz neu auftaucht, lass das bitte bei deiner Hausärztin anschauen.
In meinem Coaching sehe ich aber immer wieder etwas anderes. Übergewichtig und unterversorgt geht nämlich sehr gut zusammen. Wer seit Jahren Diät hält, isst oft den ganzen Tag Salat, Magerquark und fettarme Sachen. Der Bauch ist dann zwar irgendwann voll, aber dem Körper fehlt trotzdem etwas.
Dazu kommt ein Unterschied, den du gut an dir beobachten kannst. Körperlicher Hunger sitzt eher im Magen, ist geduldig und wäre mit vielem zufrieden. Emotionaler Hunger sitzt eher im Hals oder in der Brust und will sofort etwas ganz Bestimmtes. Irgendwas Herzhaftes reicht ihm dann nicht, es müssen genau diese Chips sein.

Satt, aber nicht zufrieden: Was mein Schnitzel ohne Fett mir gezeigt hat
Satt sein und zufrieden sein sind zwei verschiedene Dinge. Fehlt das Zweite, holt sich dein Körper das Fehlende später. Meistens passiert das mit etwas Salzigem oder Süßem.
Bei mir war das früher genau so. Ich habe das Schnitzel ohne Fett in den Ofen geschoben. Danach war ich nicht zufrieden und kurz darauf kamen die Chips oder die Schokolade. Gefehlt hat einfach das Fett.
Früher hätte ich mir danach Vorwürfe gemacht. Ich hätte mir vorgenommen, am nächsten Tag noch vernünftiger zu essen. Durch noch mehr Verzicht wäre die Lust auf Herzhaftes noch größer geworden und ich hätte noch mehr gegessen. Danach hätte ich mich noch schlechter gefühlt, ein richtiger Kreislauf.
Heute weiß ich, dass mir an diesem Abend keine Disziplin gefehlt hat, sondern einfach das Fett. Deshalb lohnt sich nach einer Mahlzeit ein kurzer Blick: Hat mich das jetzt wirklich zufrieden gemacht?
Manchmal liegt es auch an der Zusammensetzung. Im Live-Call habe ich das mal so beschrieben: Da liegt ganz viel Gemüse auf dem Teller, obwohl du eigentlich mehr Kartoffeln gebraucht hättest. Die Antwort auf den Heißhunger liegt dann eher in der nächsten Mahlzeit. Die darf ruhig richtig satt machen.
Warum die Chipstüte immer leer werden muss
Eine angebrochene Tüte bleibt in deinem Kopf wie eine offene Aufgabe. Deshalb isst du oft weiter, bis sie leer ist, obwohl dein Hunger längst weg ist.
Das hat weder mit Hunger noch mit Kontrollverlust zu tun. Unerledigtes bleibt einfach präsenter als Erledigtes. Solange noch Chips in der Tüte sind, denkst du an sie. Erst wenn sie weg sind, ist im Kopf Ruhe.
Im Live-Call habe ich dazu mal einen kleinen Trick erzählt, der erstaunlich gut wirkt. Schütte mehrere Sorten gleichzeitig in eine Schüssel. Vier offene Tüten leer zu essen, kommt nämlich niemandem in den Sinn. Damit ist die Aufgabe „Tüte leer machen“ einfach weg.
Viele Frauen kennen auch den Satz „Wenn ich einmal anfange, kann ich nicht mehr aufhören“. Bei Chips ist das besonders typisch, weil die Tüte selbst so ein klares Ende hat. Wenn du das an dir kennst, weißt du jetzt zumindest, dass dein Kopf da gerade eine Aufgabe abarbeitet.
Übrigens: Für genau den Moment, in dem die Hand schon in der Chipstüte steckt, habe ich die Ampelmethode entwickelt. Sie zeigt dir in Sekunden, was dir bei genau dieser Stärke des Drangs hilft. Du musst dir dafür nichts verbieten. Hier kannst du dir die Ampelmethode kostenlos holen.
Chips auf der Couch: Wenn es gar nicht um die Chips geht
Oft geht es beim Salzigen eigentlich um den Moment drumherum. Die Chips sind dann das Zeichen für „Jetzt ist Feierabend“.
Eine Frau hat das mal so beschrieben: „Glotze an, Hirn aus.“ Eine andere sagt: „Sobald ich ab 17 Uhr auf der Couch sitze, fange ich an zu essen.“
Da ist das Essen zum Übergang vom Tag in die Ruhe geworden. Das passiert aber nicht nur abends. Genauso können es die Salzstangen nach einem anstrengenden Meeting sein oder die Erdnüsse beim Grillabend mit Freunden.
Im Live-Call im Oktober ging es genau darum. Mehrere Frauen hatten dazu Fragen eingereicht. Gerade nach stressigen Bürotagen kommt bei ihnen der Drang, sobald sie zu Hause ankommen, obwohl sie keinen Hunger haben. Der Drang kommt nämlich meistens erst, wenn die Anspannung abfällt. Wer vor einem Säbelzahntiger wegrennt, denkt ja auch nicht ans Essen.
Was dann hilft, ist ein kleines Ankommensritual, bevor der Autopilot startet. Das kann der Wasserkocher sein, den du als Erstes anmachst, oder du ziehst dich direkt um und wäschst dir die Hände. Raus aus den Arbeitsklamotten, rein in etwas Weiches.
Eine meiner Kundinnen hat mir am Ende geschrieben: „Ich habe meistens kein Bedürfnis mehr nach Süßem und Snacken.“ Das „meistens“ gehört ehrlich gesagt dazu.
Was du beim nächsten Griff zur Chipstüte anders machen kannst
Stell dir beim nächsten Mal eine einzige Frage: Was hat mir heute eigentlich gefehlt? Du musst dafür nichts aufschreiben und keinen Plan machen.
Vielleicht merkst du, dass das Mittagessen in der Kantine zu klein war. Dann weißt du, dass dein Abendessen ruhig richtig satt machen darf. Vielleicht merkst du aber auch, dass du einfach runterkommen willst. Dann hilft dir die zweite Chipstüte dabei eher wenig.
Und wenn du einfach Lust auf Chips hast? Dann iss sie. Schütte dir eine Schüssel voll, setz dich hin und schmeck sie wirklich. Chips sind bei mir genauso erlaubt wie alles andere.
Wichtig ist nur, dass du kurz hinschaust, bevor die Hand automatisch in die Tüte greift. Wenn es dich eher zum Süßen zieht, findest du in meinem Artikel Heißhunger auf Süßes stoppen mehr dazu.
Häufige Fragen
Was fehlt dem Körper bei Heißhunger auf Salziges?
Meistens fehlt dir eine Mahlzeit, die dich wirklich zufrieden gemacht hat. Oft war das Essen davor zu wenig oder zu fettarm. Ich bin klinische Psychologin und keine Ärztin. Wenn das Verlangen sehr stark ist oder plötzlich neu auftaucht, lass es deshalb bitte ärztlich abklären.
Woher kommt Heißhunger auf Salziges?
Häufig kommt er nach Tagen, an denen du wenig oder sehr „vernünftig“ gegessen hast. Dazu kommen Gewohnheiten wie die Chips zum Feierabend oder beim Fernsehen. Manchmal ist es auch Stress, weil das Knabbern beim Runterkommen hilft.
Was hilft gegen Heißhunger auf Chips?
Am meisten hilft es, dir Chips nicht mehr zu verbieten und dich zu fragen, was dir heute gefehlt hat. Wenn du Chips isst, schütte sie in eine Schüssel und setz dich dafür hin. Für die Momente, in denen der Drang richtig stark ist, hilft dir die Ampelmethode.
Warum habe ich vor der Periode Lust auf Salziges?
Vor der Periode haben viele Frauen weniger Energie und mehr Appetit. Viele essen in dieser Zeit auch salziger und der Körper lagert zusätzlich Wasser ein. Sei in diesen Tagen nachsichtig mit dir und schau, ob du eher Ruhe oder eine warme, sättigende Mahlzeit brauchst.
Nehme ich von salzigem Essen zu?
Nach einem salzigen Essen zeigt die Waage am nächsten Morgen oft mehr an. Das ist aber meistens Wasser und kein Fett, das ist nach ein paar Tagen wieder weg. Lass dich von dieser Zahl nicht verunsichern und iss am nächsten Tag ganz normal weiter.
Mein Fazit
Heißhunger auf Salziges ist kein Beweis dafür, dass du zu schwach bist. Oft zeigt er dir nur, dass dir heute etwas gefehlt hat. Manchmal ist das ein Essen, das wirklich satt macht. Manchmal ist es auch eine Pause.
Achte doch mal diese Woche darauf, wann dich das Salzige am stärksten ruft. Ist es nach dem Mittagessen, nach einem langen Arbeitstag oder beim Fernsehen? Ich bin gespannt, was du bei dir herausfindest.
Die Ampelmethode: dein Notfallplan für den Heißhunger
Wenn die Hand schon in der Chipstüte ist, hilft dir das Wissen über die Ursachen in dem Moment wenig. Da brauchst du einen Plan, der sofort greift.
Mit der Ampelmethode schaust du kurz, wie stark der Drang gerade ist. Danach weißt du genau, was dir jetzt hilft, so dass du dem Heißhunger nicht mehr hilflos ausgeliefert bist. Du musst dafür nicht kämpfen und dir nichts verbieten. Das Workbook schenke ich dir.
