Erfahrungen & Bewertungen zu Natascha Renk

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Eine Teilnehmerin aus meinem Coaching saß in der Pizzeria und hatte gerade ihre Pizza bestellt.

Am Nebentisch bestellte eine Frau einen Salat. Sofort war in ihrem Kopf der Gedanke da: „Das ist gut, wie sie das macht. Ich sollte auch etwas Gesünderes bestellen.“ Die Pizza war noch nicht mal auf dem Tisch und das schlechte Gewissen saß schon mit am Platz.

Vielleicht kennst du das nach dem Croissant, das du dir morgens beim Bäcker mitgenommen hast. Oder nach dem zweiten Stück Geburtstagskuchen im Büro, als die Kollegin so nett gefragt hat. Ich kenne das auch ziemlich gut von mir.

Eins möchte ich dir gleich vorweg sagen. Das schlechte Gewissen ist nicht der Preis, den du fürs Essen zahlen musst. Es ist sogar einer der Gründe, warum du danach oft noch mehr isst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das schlechte Gewissen kommt nicht vom Essen selbst, sondern von einer Regel in deinem Kopf, die sagt, dass du etwas falsch gemacht hast.
  • Wer mit schlechtem Gewissen isst, isst meistens schneller und mehr, weil das Essen möglichst schnell vorbei sein soll.
  • Der Satz „Ab morgen mache ich es besser“ klingt nach einem Neuanfang, erzeugt aber genau das schlechte Gewissen von heute.
  • Nach einem großen Essen musst du nichts ausgleichen, du bist einfach länger satt.
  • Leiser wird das schlechte Gewissen, wenn dein Kopf immer wieder erlebt, dass nach dem Essen nichts Schlimmes passiert.

Woher das schlechte Gewissen nach dem Essen kommt

Das schlechte Gewissen kommt von einem Maßstab in deinem Kopf. Wo es kein „richtig“ gibt, kann es auch kein „falsch“ geben.

Dieser Maßstab ist meistens über Jahre gewachsen. Er besteht aus alten Diätregeln und Sätzen wie „Süßes muss man sich verdienen“. Selbst wenn du gerade gar keine Diät machst, läuft er im Hintergrund mit. Das Brot zum Frühstück ist dann zu viel und die Nudeln mittags sind zu fettig. Der Riegel am Nachmittag war sowieso nicht geplant.

Bei vielen Frauen aus meinem Coaching sehe ich dasselbe Muster. Im Kopf haben sie sich die Schokolade längst erlaubt, sie kaufen sie sogar extra ein. Aber beim ersten Bissen meldet sich trotzdem das schlechte Gewissen. Der Kopf hat erlaubt, das Gefühl noch nicht.

Schlechtes Gewissen nach jedem Essen: Wenn dein Kopf alles bewertet

Ein schlechtes Gewissen nach jedem Essen entsteht, wenn dein Kopf jede Mahlzeit in „gut“ oder „schlecht“ einsortiert. Dann gibt es kaum noch ein Essen, das einfach nur Essen sein darf.

Genau darum ging es bei der Frau in der Pizzeria. Sie hat mir in unserer Community geschrieben, dass sie jedes Essen bewertet, sogar bei anderen. In meiner Antwort habe ich ihr eine Frage mitgegeben: Was wäre wirklich die Folge, wenn ich das esse, was mein Kopf mir verbieten will?

Meistens ist die ehrliche Antwort: nicht viel. Wenn du dir die Pizza verbietest und den Salat nimmst, bist du oft nicht richtig satt und nicht zufrieden. Ein paar Stunden später kommt der Heißhunger und dann isst du viel mehr, als die Pizza je gewesen wäre.

Bei manchen Frauen zieht die Bewertung auch einfach um. Sie wiegen sich nicht mehr, prüfen aber jeden Morgen, wie die Hose sitzt. Oder sie essen alles, fragen sich danach aber: „Wie viele Kalorien waren das wohl?“ Die Regel ist dann nicht weg, sie hat nur ein neues Messgerät bekommen.

Warum du mit schlechtem Gewissen mehr isst

Mit schlechtem Gewissen isst du schneller und unachtsamer, weil das Essen möglichst schnell vorbei sein soll. Dadurch merkst du die Sättigung später und es wird mehr, als du eigentlich wolltest.

Ich kenne das selbst sehr gut. Man weiß, man dürfte eigentlich nicht, also schlingt man es runter. Wenn man dann schnell fertig ist, kann man sich wieder von den schlechten Gefühlen ablenken. Total verrückt, was da alles gleichzeitig in einem los ist.

Danach kommt oft der Satz, den fast jede Frau kennt: „Jetzt ist es eh egal.“ Eine Frau hat es mir mal so beschrieben: „Ich erlaube es mir zwar, aber sofort denke ich: Jetzt ist es sowieso egal.“ Im Live-Call nenne ich das den Scheißegal-Effekt. Den gibt es nur, wenn es eine Regel gibt, die du gerade gebrochen hast. Ohne Regel kannst du auch keine brechen.

Dazu kommt das „Ab morgen“. Es teilt deine Zeit in eine schlechte Phase und eine gute Phase. Heute ist alles verloren, morgen fängst du sauber an. Genau dieses Morgen sorgt dafür, dass du dich heute so schlecht fühlst.

So macht das schlechte Gewissen aus einem Stück Kuchen mehr

Früher habe ich mir nach dem Essen neue Verbote gemacht, heute bleibe ich neugierig

Früher hätte ich nach so einem Essen sofort die nächste Regel aufgestellt. Heute frage ich mich, was los war. Danach mache ich ganz normal weiter.

Ich hatte früher immer wieder Heißhunger und habe dann große Mengen auf einmal gegessen. So schnell und so unachtsam, dass ich es gar nicht genießen konnte. Hinterher war mir schlecht, ich war frustriert und habe es bereut. Dann habe ich mir das nächste Ziel gesetzt: Das darfst du da und da nicht mehr essen. Ich war also noch härter mit mir und genau das hat den nächsten Heißhunger vorbereitet.

Ich hatte mal eine Lehrerin in Ernährungslehre, die gesagt hat: „Gesund ist das, was uns schmeckt und gut tut.“ Damals habe ich das überhaupt nicht verstanden. Ich dachte nur: Dann esse ich ja nur noch Schokolade. Heute verstehe ich den Satz sehr gut, weil ich weiß, dass das schlechte Gefühl nach dem Essen oft ungesünder ist als das Essen selbst.

Wenn dich das schlechte Gewissen nach dem Essen schon lange begleitet, komm in meine kostenlose Masterclass „Frei von emotionalem Essen“. Dort schauen wir uns an, warum du isst, obwohl dein Magen voll ist. Du erfährst auch, warum Strenge dabei nicht hilft. Du kannst zwischen mehreren Terminen wählen. Hier geht’s zur Anmeldung.

Schlechtes Gewissen loswerden: Was du nach dem Essen anders machen kannst

Das schlechte Gewissen wird leiser, wenn dein Kopf erlebt, dass nach dem Essen nichts passiert. Dafür reicht schon ein anderer Umgang mit dem Moment danach.

Mach nach dem Essen ganz normal weiter

Wenn du mehr gegessen hast, als du wolltest, ist der nächste Tag ein ganz normaler Tag. Du lässt kein Frühstück weg und es gibt auch keinen Ausgleichs-Salat. Du hast mehr gegessen, also bist du länger satt. Bei der nächsten Mahlzeit isst du, worauf du Hunger hast. Je öfter du das erlebst, desto mehr lernt dein Kopf, dass auf ein Stück Kuchen keine Strafe folgt.

Frag nach der Regel hinter dem Gefühl

Wenn das schlechte Gewissen kommt, frag dich: Welche Regel glaube ich gerade gebrochen zu haben? Und was wäre wirklich die Folge? Oft merkst du dann, dass da eine alte Diätregel spricht und gar nicht du.

Bleib neugierig statt streng

Statt dich fertigzumachen, frag dich: Spannend, woran lag’s? Warst du richtig hungrig, gestresst oder einfach müde? Und schau am Ende der Woche nicht nur auf das, was schiefging. Frag dich auch mal, wie oft du diese Woche ohne schlechtes Gewissen gegessen hast.

Eine Kundin hat mir nach ihrem Coaching ihre größte Erkenntnis aufgeschrieben. Für sie gibt es nicht mehr gesunde und ungesunde Lebensmittel, sondern nur eine Frage vom Maß. Ihr Satz dazu: „Schokolade kann man auch zu einer Mahlzeit essen und es ist ein Lebensmittel wie jedes andere.“

Wenn es bei dir eher der Ärger nach einem blöden Tag ist, der dich zum Essen bringt, schau auch in meinen Artikel Frustessen stoppen.

Häufige Fragen

Wie werde ich das schlechte Gewissen nach dem Essen los?

Du wirst es los, indem du nach dem Essen nichts ausgleichst und ganz normal weitermachst. So lernt dein Kopf mit der Zeit, dass nach dem Essen nichts Schlimmes passiert. Hilfreich ist auch die Frage, welche Regel sich da gerade meldet, denn ohne Regel gibt es kein Falsch.

Warum habe ich nach jedem Essen ein schlechtes Gewissen?

Meistens bewertet dein Kopf jede Mahlzeit noch nach alten Diätregeln, auch wenn du gerade keine Diät machst. Dann ist das Brot zu viel und die Nudeln sind zu fettig. Das schlechte Gewissen zeigt dir also nicht, dass du falsch gegessen hast, sondern dass der alte Maßstab noch aktiv ist.

Was tun nach zu viel Essen?

Iss bei der nächsten Mahlzeit ganz normal, sobald du Hunger hast. Lass dafür nichts weg. Ein Ausgleich am nächsten Tag führt meistens nur zum nächsten Heißhunger. Statt dich zu bestrafen, frag dich lieber neugierig, was vorher los war.

Ist ein schlechtes Gewissen nach dem Essen normal?

Es ist sehr verbreitet, gerade bei Frauen mit vielen Diäten hinter sich. Bestimmt das schlechte Gewissen aber deinen ganzen Tag, hol dir bitte Hilfe bei einer Ärztin oder Psychotherapeutin. Das gilt erst recht, wenn du nach dem Essen hungerst oder dich übergibst.

Zum Schluss

Die Pizza am Tisch ist nicht das Problem und das Croissant vom Bäcker auch nicht. Schwer wird es erst durch den Satz, der danach in deinem Kopf läuft. Diesen Satz darfst du hinterfragen, jeden Tag ein bisschen mehr.

Welcher Satz ist das bei dir? Ist es eher „Das hätte ich nicht essen dürfen“ oder „Ab morgen mache ich es besser“?

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Wir schauen uns in rund 90 Minuten an, was bei dir hinter dem Essen ohne Hunger steckt. Danach hast du konkrete Ideen, so dass der Drang leiser wird und das schlechte Gewissen danach gar nicht erst so laut werden muss. Den Tag wählst du selbst.

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