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Ich hatte früher manchmal noch die Mütze auf, wenn ich schon am Kühlschrank stand.
Das war während meiner Ausbildung. Ich kam von der Arbeit nach Hause, hatte meine Sachen noch nicht mal richtig abgelegt und hab mir schon was rausgeholt. Nachgedacht hab ich dabei keine Sekunde – zur Haustür rein und schon hat sich ein Schalter umgelegt, als wäre ich ferngesteuert. Ich war eine richtige Stress-Esserin.
Heute bin ich Mama von zwei kleinen Kindern und selbstständig. Zugegeben, ruhiger ist mein Alltag dadurch nicht geworden. Und trotzdem ist der Schalter an meiner Haustür weg.
Bestimmt hast du deine ganz eigene Version davon. Vielleicht ist es das halbe Brot vom Kinderteller, das du beim Abräumen noch schnell isst. Oder die Schokolade aus der Schublade im Büro, während in deinem Kopf schon die Einkaufsliste für später läuft. Und hinterher denkst du nur: „Ich verstehe es selbst nicht.“
Das Wichtigste in Kürze
- Stressessen hat nichts mit fehlender Disziplin zu tun. Dein Kopf hat gelernt, dass Essen einen vollen Tag für einen Moment leichter macht.
- Verbote und Ablenk-Tipps machen den Drang eher lauter als leiser.
- Als Mutter bist du oft den ganzen Tag für andere da. Das Essen wird dann schnell zu dem einen Moment, der nur dir gehört.
- Mehr Druck auf dich selbst füttert das Stressessen, weniger Druck nimmt ihm die Kraft.
- Der erste Schritt ist eine ehrliche Frage an dich und kein neuer Plan.
Inhalt
- Warum du bei Stress isst, obwohl du gar keinen Hunger hast
- Warum Süßes verstecken und Zähneputzen nicht helfen
- Stressessen als Mutter: Wenn du nur noch funktionierst
- Mehr Druck macht es schlimmer: Was ich heute anders mache
- Was du im nächsten stressigen Moment anders machen kannst
- Häufige Fragen
- Mein Fazit
Warum du bei Stress isst, obwohl du gar keinen Hunger hast
Du isst bei Stress, weil dein Kopf irgendwann gelernt hat, dass Essen den Moment leichter macht. Das ist keine Charakterschwäche, sondern ein Automatismus. Und was gelernt ist, kann sich auch wieder verändern.
Das läuft ungefähr so: Der Vormittag war voll, du isst was und für ein paar Minuten wird es ruhiger in dir. Dein Gehirn merkt sich das. Es sucht nämlich immer nach der schnellsten Lösung für genau jetzt – auch wenn dir das Essen hinterher noch mehr Druck macht.
Beim nächsten vollen Tag holt es sich das Essen ganz automatisch wieder. Irgendwann musst du dafür gar nicht mehr gestresst sein. Dann reicht schon die Haustür, so wie bei mir mit der Mütze auf dem Kopf.
Und darum geht es mir: Das Essen hat eine Aufgabe übernommen, die eigentlich gar nicht seine ist. Welche Aufgabe das bei dir ist, ist bei jeder Frau anders. Solange das Essen sie hat, holt es sich dein Kopf, egal wie fest du dir morgens vornimmst: „Heute nicht.“
Ist es bei dir eher Frust als Stress, schau mal in meinen Artikel zum Thema Frustessen stoppen.

Warum Süßes verstecken und Zähneputzen nicht helfen
Die meisten Tipps gegen Stressessen arbeiten mit Kontrolle. Und Kontrolle macht das Essen erst recht laut.
Im Live-Call kam mal eine Frage, die das richtig gut zeigt. Sie kauft sich die Süßigkeiten, die sie mag. Meistens schafft sie es auch, nur ein, zwei Stück zu essen. Aber solange sie weiß, dass sie da sind, denkt sie den ganzen Tag daran. Irgendwann isst sie sie dann doch.
Das ist kein Versagen, das ist Psychologie. Denk jetzt bitte mal nicht an einen weißen Elefanten. Und, woran denkst du gerade? Genau so geht es deinem Gehirn mit der Schokolade in der Schublade. Je mehr du etwas wegschieben willst, desto lauter wird es.
Mit Ablenk-Tipps ist es ähnlich. Wenn du im Stress statt der Schokolade Karottensticks hinstellst oder schnell die Zähne putzt, kämpfst du weiter gegen den Drang. Nur eben mit anderen Mitteln. Der Grund, warum du überhaupt essen wolltest, ist danach immer noch da.
Stressessen als Mutter: Wenn du nur noch funktionierst
Als Mutter bist du oft von morgens bis abends für andere da. Das Essen wird dann ganz schnell zu dem einen Ding, das nur dir gehört. Eine Frau hat das mal so genannt: „Meine kranke Vorstellung von Me-Time.“
Ich kenne das. Bei mir ist gerade das Kochen so ein Punkt. Es ist eins von tausend täglichen To-dos, die sich ständig wiederholen und kein Ende nehmen. Manchmal würde ich fast das Gläschen von meinem Sohn mitessen, nur damit ich nicht kochen muss. Aber so weit bin ich zum Glück noch nicht.
Genau in solchen Momenten passiert das Stressessen oft ganz nebenbei. Eine Frau hat mir mal geschrieben: „Beim Kochen snacke ich und wenn es fertig ist, habe ich keinen Hunger mehr.“ Dahinter steckt meistens kein Heißhunger-Anfall, sondern ein Tag, an dem es keine Lücke für dich gab.
Nach meiner ersten Schwangerschaft bin ich einmal die Woche ins Fitnessstudio gefahren. Ich liebe meine Tochter. Aber das war die Zeit, in der mal niemand nach mir rufen konnte und niemand auf mir saß. Du weißt bestimmt, was ich meine.
Wenn dein Tag keine Lücke für dich hat, sucht sich dein Kopf eine. Und die schnellste Lücke ist meistens eine, die man essen kann.
Mehr Druck macht es schlimmer: Was ich heute anders mache
Stressessen wird nicht leiser, wenn du dich strenger kontrollierst. Es wird leiser, wenn der Druck rausgeht.
Vor ein paar Monaten hatte ich eine Phase, in der Elias Nächte – sagen wir mal so – ausbaufähig waren. Ich hab schlecht geschlafen und gleichzeitig hat einfach vieles nicht geklappt. Der Schlaf nicht, die Energie nicht und meine Vorhaben auch nicht.
Früher hätte mich das sofort in eine Spirale gezogen. Ich hätte Angst gehabt, wegen dem Schlafmangel mehr Hunger zu haben. Durch die Angst hätte ich noch mehr emotional gegessen und mich noch schlechter gefühlt. Durch den ganzen Druck hätte ich dann wieder schlechter geschlafen und am nächsten Tag noch weniger Energie gehabt.
Heute versuche ich nicht mehr, jeden Bereich meines Lebens gleichzeitig zu optimieren. Ich schaue trotzdem nach mir, nicht perfekt, aber irgendwie. Und wenn etwas nicht funktioniert, bin ich nicht mehr so streng mit mir.
Der Stress selbst macht das Essen oft gar nicht so laut. Laut wird es durch den Druck, den du dir obendrauf machst. Alles soll gleichzeitig klappen und wenn es das nicht tut, fühlst du dich, als hättest du versagt. Manche Dinge kannst du gerade einfach nicht ändern. Und das musst du auch nicht.
Wenn du bei dir genauer hinschauen möchtest, komm in meine kostenlose Masterclass „Frei von emotionalem Essen“. Dort findest du heraus, was bei dir hinter dem Drang steckt, obwohl du eigentlich satt bist. Den Termin suchst du dir so aus, dass er in deine Woche passt.
Was du im nächsten stressigen Moment anders machen kannst
Halte kurz an und frag dich: Was brauche ich gerade wirklich? Mehr musst du im ersten Schritt gar nicht tun.
Du musst dir dafür nichts verbieten und auch nicht das Essen weglassen. Es reicht, wenn du für einen Atemzug merkst, was da gerade los ist. Ob du am Mittagstisch noch den Rest aus dem Topf löffelst oder im Büro zum dritten Mal an der Keksdose vorbeigehst.
Dabei hilft ein kleiner Trick. Statt „Ich will jetzt die Schokolade“ sagst du dir: „Ich merke, dass ich den Gedanken habe, Schokolade zu wollen.“ Das klingt erst mal komisch. Aber es schafft ein bisschen Abstand zum Drang. Dann kannst du ihn leichter da sein lassen, ohne gleich draufzuspringen.
Wenn du danach trotzdem isst, ist das völlig okay. Dann setz dich hin und iss es in Ruhe, statt im Stehen zwischen Spülmaschine und Wäschekorb. Hinterher hilft dir „Spannend, woran lag’s?“ viel mehr als „Jetzt ist es eh egal“.
Eins ist größer als null. Merkst du diese Woche ein einziges Mal, dass es Stress war und kein Hunger, bist du schon weiter als mit jedem neuen Plan.
Häufige Fragen
Was kann ich tun, um Stressessen zu stoppen?
Stressessen hört auf, wenn das Essen nicht mehr die Aufgabe hat, dich durch den Stress zu tragen. Mit Verboten oder mehr Disziplin hält das meistens nur ein paar Tage. Was hilft, ist die Frage, was du in dem Moment wirklich brauchst. Dazu kommt weniger Druck auf dich selbst.
Warum esse ich als Mutter so viel, wenn ich gestresst bin?
Weil dein Tag oft keine Lücke für dich hat und Essen die schnellste Lücke ist. Zwischen Job, Kindern und Haushalt bist du ständig für andere da. Das Essen ist dann oft der einzige Moment, der sich nur nach dir anfühlt.
Kann man sich Stressessen abgewöhnen?
Ja, das geht. Stressessen hat dein Kopf gelernt, also kann er es auch wieder verlernen. Mit Zähnezusammenbeißen klappt das nicht. Der Drang wird leiser, wenn du verstehst, wofür du das Essen gerade brauchst.
Was ist eine gute Alternative zu Stressessen?
Ein anderer Snack ist meistens keine echte Alternative. Was hilft, ist das, was dir in dem Moment eigentlich fehlt. Das ist bei jeder Frau etwas anderes, deshalb bringt dir eine Liste mit Ersatz-Tipps aus dem Internet wenig.
Mein Fazit
Mit Mütze am Kühlschrank stehe ich schon lange nicht mehr. Stressige Tage habe ich trotzdem, mit zwei Kindern sogar ziemlich viele. Der Unterschied ist, dass das Essen heute nicht mehr die Aufgabe hat, mich da durchzutragen.
Ich bin mir sicher, dass das bei dir genauso gehen kann. Wo erwischt dich der Stress am häufigsten beim Essen?
Wenn du verstehen willst, warum du isst, obwohl dein Magen voll ist, komm in meine kostenlose Masterclass „Frei von emotionalem Essen“. In rund 90 Minuten findest du heraus, was hinter deinem Drang steckt. Und du erfährst, wie er leiser wird, so dass ein voller Tag nicht mehr automatisch beim Essen endet. Es gibt mehrere Termine, such dir einfach einen aus.
